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Dieses USB-C-Kabel von Mobkits Technology ist bei Benson Leung durchgefallen.
Dieses USB-C-Kabel von Mobkits Technology ist bei Benson Leung durchgefallen.(Foto: Mobkits Technology)

Gefährliches USB-C-Zubehör: Amazon verbietet Schrott-Kabel

Ein Google-Ingenieur, der im Kampf gegen Billig-USB-C-Kabel sogar sein Notebook geopfert hat, kann einen kleinen Triumph feiern: Amazon verbietet das gefährliche Billig-Zubehör. Vorerst aber nur in den USA.

Benson Leung ist als Kämpfer gegen billige USB-C-Kabel bekannt geworden, die bei Online-Großhändler Amazon massenweise verhökert werden. Der Google-Mitarbeiter hat Dutzende Kabel getestet und bei fast allen, meist aus China stammenden Ramsch-Produkten, eklatante Mängel festgestellt. Einige sind einfach nur miserabel verarbeitet, andere sind nur Standard-Kabel mit USB-C-Anschluss und viele funktionieren nicht richtig. Wenn sie den falschen Ladestrom liefern, kann das Billig-Zubehör sogar gefährlich sein, wie Leung selbst bei einem Test erfahren musste: Ein falsch verlötetes Kabel zerstörte sein Chromebook Pixel.

Jetzt darf der US-amerikanische Qualitäts-Ritter offenbar einen Teilsieg im Kampf gegen Pfusch-Produkte bei Amazon feiern. Wie Leung auf Google+ mitteilt, hat der Online-Händler in den USA seinen Verkäufer-Leitfaden aktualisiert. Im Abschitt zu Elektronik wurde bei den Beispielen für verbotene Angebote ein Punkt angehängt, in dem USB-C-Kabel und -Adapter aufgeführt werden, die nicht dem Standard der USB Implementers Forum Inc. entsprechen. Händlern, die gegen die Regel verstoßen, droht unter anderem der Entzug der Verkaufsberechtigung und die Zerstörung bei Amazon lagernder Bestände.

Nicht auf der deutschen Liste

Amazons Beschränkung gilt möglicherweise aber nur für die USA. Ob und wie Amazon den Verkauf von USB-C-Kabeln über seine Plattform in Europa kontrolliert, ist nicht klar. Auch auf der deutschen Seite gibt es einen entsprechenden Leitfaden und Beispiele für unzulässige Angebote, USB-C-Kabel werden dort allerdings bisher nicht aufgeführt - die Liste ist bei Amazon.de allgemein viel kürzer.

Ein Verbot kann Amazon-Kunden aber auch künftig kaum vollständig vor mangelhaften USB-C-Kabeln schützen. Ohne entsprechende aufwändige Kontrollen kann der Online-Händler schließlich kaum Produkte, die mit seinen neuen Regeln nicht vereinbar sind, aussortieren. Und nicht alle Kunden, die für ein paar Dollar Ramsch gekauft haben, werden sich die Mühe machen, eine Bewertung zu schreiben oder den Händler zu melden.

Benson Leung weist darauf hin, dass alle Nutzer weiter wachsam sein müssen und schlechte Produkte melden sollen, die sie finden - egal, in welchem Shop. Unter anderem lohnt es sich Nutzer-Bewertungen aufmerksam durchzulesen. Wenn's um USB-C-Kabel geht, sollten Leungs Amazon-Rezensionen Pflichtlektüre sein. Immerhin hat er neben vielen Schrott-Produkten inzwischen auch schon fast 60 empfehlenswerte Kabel gefunden.

Quelle: n-tv.de

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