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Audi hat schon jetzt Konzept-Autos mit Tegra-Systemen, aber noch ohne Android.
Audi hat schon jetzt Konzept-Autos mit Tegra-Systemen, aber noch ohne Android.(Foto: Audi)

Google schmiedet Open Automative Alliance: Android-Autos werden Wirklichkeit

Google stellt bei der CES eine Allianz vor, in der es zusammen mit großen Autobauern und dem Chip-Hersteller Nvidia die mobile Zukunft plant. Schon in diesem Jahr sollen erste Android-Autos vom Band laufen.

"Das Auto ist der ultimative mobile Computer", sagt Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang. Sein Unternehmen ist Mitglied der von Google ins Leben gerufenen "Open Automotive Alliance" (OAA). Sie hat zum Ziel, Autos mit dem Betriebssystem Android zu intelligenten Fahrzeugen zu machen, die praktischer, sicherer und unterhaltsamer als aktuelle Modelle sind. Zu den Gründungsmitgliedern der OAA gehören außerdem Audi, Honda, General Motors und Hyunday.

Nvidias Tegra K1 VCM ist speziell für den Einsatz in Autos konzipiert.
Nvidias Tegra K1 VCM ist speziell für den Einsatz in Autos konzipiert.(Foto: Nvidia)

Google könnte damit bei der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas schon zu Beginn der größte Wurf der Messe gelungen sein. Denn Fernseher oder Smartphones mit gekrümmten Bildschirm, Computerbrillen oder Smartwatches sind vielleicht derzeit in den Schlagzeilen, aber ob sie wirklich "das nächste große Ding" sind, ist mehr als fraglich. Möglicherweise werden sie nie mehr als interessante Nischenprodukte sein. Autos dagegen gehören jetzt schon zum Leben vieler Menschen, weltweit sind rund eine Milliarde auf den Straßen. Viele Fahrzeuge haben Bordcomputer, teilweise auch mit Internetverbindung. Doch die Systeme arbeiten weitgehend autonom. Das will die OAA ändern, indem sie das mobile Betriebssystem Android als Plattform nutzt.

Nvidia liefert Spezial-Chip

Dabei geht es zum einen um die nahtlose Vernetzung von Smartphone, Tablet und Auto, wobei Nutzer immer auf die gleichen Apps, Dienste, Informationen und Inhalte Zugriff haben. Zum anderen sollen spezielle Fahrzeug-Techniken weiter- und neuentwickelt werden. Auch selbstfahrende Fahrzeuge, wie sie Google schon gezeigt hat, sind möglich. Dabei könnte Nvidias ebenfalls im Rahmen der CES vorgestellter Prozessor Tegra K1 zu einem Schlüsselelement werden, der als "Visual Computing Module" in die Android-Autos kommt. Laut Nvidia ist der K1 VCM ein komplettes Computersystem für Fahrzeuge, das auch mit anderen Betriebssystemen genutzt werden kann, beispielsweise mit Windows oder Linux.

Der Chip soll unter anderem mit Kameras ausgerüstete Assistenz-Systeme steuern. Solche Anlagen bemerken zum Beispiel Fußgänger, überwachen den toten Winkel oder erkennen Straßenschilder. Der Tegra K1 ist durch eine sehr starke Grafikeinheit auch in der Lage, die Bildschirme anzutreiben, die in den Auto-Cockpits die traditionellen Armaturen ersetzen und sogar verschiedene Materialien simulieren können. Der neue Chip ist außerdem per Funk programmierbar, damit Autohersteller ihn ohne Werkstatt-Besuch für neue Funktionen anpassen können. Google schreibt, man könne erste Autos mit Android-Integration Endes des Jahres erwarten.

"Open Automotive Alliance" ist eine direkte Anlehnung an den Namen der "Open Handset Alliance", aus der Android hervorging. Android ist das mit Abstand meistgenutzte Smartphone-Betriebssystem und hatte nach jüngsten verfügbaren Zahlen im dritten Quartal 2013 einen Marktanteil von über 80 Prozent. Das neue Google-Auto-System konkurriert in Teilen mit dem Apple-Ökosystem "iOS in the Car" (iOSitC), das der iPhone-Hersteller im vergangenen Sommer auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC vorgestellt hatte. Bei der Apple-Allianz sind Hersteller wie BMW, Mercedes-Benz, Ferrari aber auch die Google-Partner Audi, General Motors und Hyundai mit an Bord.

Quelle: n-tv.de

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