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Apple-CEO Tim Cook will die Marke hochhalten.
Apple-CEO Tim Cook will die Marke hochhalten.(Foto: AP)

Selbstbehauptung zum höheren Preis: Apple, sonst nichts

Ein neues iPad, dazu eine Mini-Version des Verkaufsschlagers und eine renovierte Produktpalette: Apple ringt um die Deutungshoheit auf dem Markt und stellt dem Start des neuen Windows und Google Apple-Produkte für alle Lebenslagen entgegen. Im Weihnachtsgeschäft gilt es, den Kampf um Marktanteile zu gewinnen.

Wer Apple hat, braucht nichts anderes. So könnte man die Kernbotschaft der Präsentation in San José zusammenfassen. Mit einer ganzen Liste von Produktneuheiten bietet der Konzern potenziellen Käufern rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft das Rundum-Paket mit dem Apfel. Wer braucht da noch Android, Windows oder E-Book-Reader?

CEO Tim Cook hatte den Reigen der Neuvorstellungen mit Zahlen eröffnet. "Am ersten Wochenende haben wir mehr als fünf Millionen iPhone 5 verkauft", verkündete er, um dann die Schlangen vor den Apple Stores zu zeigen und glückliche Käufer natürlich. Es folgten mehr Zahlen, drei Millionen verkaufte iPods, 200 Millionen Geräte, die auf iOS 6 aufgerüstet wurden, hinzu kommen Hunderttausende Apps. Vor zwei Wochen knackte Apple die Marke von 100 Millionen verkauften iPads. Die Marketingmaschine läuft, wer ein Apple-Gerät hat, darf sich als Teil einer weltweiten Bewegung fühlen.

Alles neu

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Dann der Auftritt von Apple-Marketingchef Phil Schiller. Er präsentiert das neue MacBook Pro, 13-Zoll-Bildschirm mit Retina-Display, 2,5 GHz Intel Core i5, 8 GB RAM, 128 GB SSD, 1,9 Zentimeter dünn und nur 1,6 Kilogramm schwer. Das neue Retina-Macbook ist in Deutschland ab 1749 Euro zu haben und kostet damit rund 500 Euro weniger als das 15-Zoll-Modell mit ähnlich hoher Pixeldichte. Der Neuling kommt zur bisherigen MacBook Pro-Serie hinzu, die weiter zu kaufen ist.

Es folgt der neue Mac Mini, 599 Dollar für neue Prozessoren, USB 3 und Bluetooth 4. Eine Neuerung ist "Fusion Drive", eine Kombination aus schnellem Flash-Speicher und herkömmlicher großer Festplatte, die Inhalte intelligent zwischen den beiden Medien verteilt. Auch der Desktop-Rechner iMac wurde verschlankt und hat jetzt einen verbesserten Bildschirm - und kein eingebautes CD-Laufwerk mehr.

iPad in Klein und Groß

Doch das alles ist nur das Vorspiel für die iPad-Show. Schon nach einem halben Jahr gibt es die vierte Generation des großen iPad. Es unterstützt nun LTE-Netze in mehr Ländern und hat einen schnelleren A6X-Chip. Außerdem verfügt es über den neuen Apple-Stecker, den Lightning Connector. Apple zeichnet die Vision, dass das iPad in den Schulen Einzug halten soll, wo dann aus iBooks gelehrt wird.

Schließlich das iPad Mini, vergessen ist, dass Steve Jobs es nicht wollte, nun ist es da – mit einer Bildschirmdiagonale von knapp 8 Zoll, Apple A5-Prozessor, 5-MP-Kamera, LTE-Chip und einem Akku, der zehn Stunden halten soll. Ab 2. November ist es auch in Deutschland erhältlich, für 329 Euro oder 459 Euro in der LTE-Version. Damit ist das kleine iPad immer noch erheblich teurer als die günstigsten Taschen-Tablets der Konkurrenz. Da bekommt man ein gutes Gerät schon für weniger als 200 Euro.

Die Konkurrenz schläft nicht

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Apple ist damit nach einer langen Eroberungsphase im Zeitalter der Marktsicherung angekommen. Es gibt ein Apple-Produkt für jede Lebenslage, ausgenommen vielleicht noch der Fernseher. Noch ist die Strahlkraft von Apple ebenso groß wie die Bereitschaft der Kunden, für Produkte mit dem angebissenen Apfel im Logo mehr zu bezahlen.

Aber die Preisspanne lässt den Rivalen immer noch viel Raum, einen Platz auf dem stark wachsenden Markt zu finden. Nach der Show in San Jose sackte deshalb auch der Kurs der Apple-Aktie in New York deutlich ab. Die Börsianer hatten wohl auf eine aggressivere Preisstrategie von Apple gehofft.

Die Marktforschungsfirma Gartner hält es für möglich, dass der iPad-Marktanteil im kommenden Jahr auf 44 Prozent sinkt. Bisher liegt er bei 60 bis 70 Prozent. Als neuen Mitspieler sehen die Experten dabei vor allem Windows, das in ihrer Rechnung von 3 auf 13 Prozent vorrücken kann. Android-Geräte inklusive des Kindle Fire, das mit einer abgewandelten Version des Google-Systems läuft, bleiben demnach bei rund 40 Prozent.

Mit der Erneuerung der iPad-Reihe vor dem Weihnachtsgeschäft hofft Apple, den Vormarsch der Konkurrenten aufzuhalten. Mit dem Neuheiten-Feuerwerk bekräftigt der Konzern jedenfalls den eisernen Willen, nach wie vor viele Milliarden zu verdienen.

Quelle: n-tv.de

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