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Die CIA kann mit "Athena" offenbar jeden Windows-Rechner knacken.
Die CIA kann mit "Athena" offenbar jeden Windows-Rechner knacken.(Foto: REUTERS)

Wikileaks enttarnt CIA-Programm: "Athena" spioniert jedes Windows aus

Wikileaks enttarnt eine Software, mit der sich die CIA Zugriff auf jeden Windows-Rechner verschaffen kann, egal wie neu das Betriebssystem ist. Die Computer sind "Athena" völlig ausgeliefert.

Die massenhafte Übernahme von Windows-Computern durch den Erpresser-Trojaner "WannaCry" hat in den vergangenen Tagen große Wellen geschlagen. Doch die Ransomware befiel fast ausschließlich Windows-7-Rechner, deren Besitzer oder Administratoren das Betriebssystem nicht aktuell gehalten hatten. Wikileaks hat jetzt ein viel gefährlicheres Programm im Rahmen seiner "Vault 7"-Veröffentlichungen enttarnt, das sich im Arsenal der CIA befindet. "Athena" soll in der Lage sein, jede Windows-Version zu knacken und dem US-Geheimdienst ermöglichen, übernommene Computer auszuspionieren und auf dem befallenen System weitere Software zu installieren oder Daten zu löschen.

Laut den von Wikileaks veröffentlichten Dokumenten hat die CIA das Spionage-Tool mit Siege Technologies entwickelt. Das Unternehmen aus dem US-Bundesstaat New Hampshire verkauft nicht nur Sicherheits-Technologie, sondern hat auch eine Hacker-Abteilung, die Angriffsmethoden und -strategien entwickelt. Vordergründig, um so Schwachstellen bei Kunden ausfindig zu machen, doch Siege Technologies bekennt sich auch zur Cyberkriegsführung. Wikileaks hat eine E-Mail des berüchtigten italienischen "Hacking Team" veröffentlicht, in der Unternehmensgründer Jason Syversen die Vorzüge elektronischer Kriegsführung preist.

Gefährliche Praxis

Siege Technologies wurde im vergangenen November vom Konkurrenten Nehemiah Security übernommen, der so möglicherweise auch in Besitz des "Athena"-Codes gekommen ist. Sicherheitsexperten kritisieren schon länger die Praxis von US-Geheimdiensten, Schwachstellen in Betriebssystemen und anderer Software nicht den Herstellern zu melden, sondern für eigene Zwecke zu sammeln. Die Lücken könnten auch von ganz gewöhnlichen Kriminellen oder anderen Staaten und Diensten ausgenutzt werden. Erst Anfang März hatte Wikileaks CIA-Unterlagen veröffentlicht, die vermuten lassen, wie groß das Cyberwar-Arsenal der US-Geheimdienste inzwischen ist.

Quelle: n-tv.de

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