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Der Kurs machte am Monatsende einen Satz nach oben.
Der Kurs machte am Monatsende einen Satz nach oben.(Foto: mtgox.com / Screenshot n-tv.de)

Historisches Hoch: Bitcoin knackt 100-Dollar-Marke

Von Roland Peters

Während der Euro unter Druck steht, erreicht der Bitcoin mit einem Wert von mehr als 100 Dollar unbekannte Höhen. Grund ist wohl ein Zusammenspiel aus Eurokrise, Vertrauensverlust nach dem Bankendesaster in Zypern, Sanktionen - und dem technischen Design der unabhängigen Währung.

Der Aufstieg des Bitcoin geht weiter. Momentan zahlen Interessierte auf Mt. Gox mehr als 100 US-Dollar für eine einzelne Einheit. Es ist der höchste Handelswert seit der Einführung der nicht von einer Institution gestützten Währung vor rund drei Jahren. Obwohl es keinen offiziellen Kurs des Bitcoin gibt, ist die Handelsseite Mt. Gox der Hauptindikator für ihren Wert. Mehr als drei Viertel der Geldmenge werden über die japanische Webseite auf einer Art Börse gehandelt.

Die konstante Wertsteigerung ist wohl eine Kombination unterschiedlicher Faktoren. Zum einen ist da die andauernde Krise in der Eurozone, die die Menschen von den traditionellen Banken wegtreibt. "Das ist eine komplett vorhersehbare und rationale Folge für die Vorkommnisse in Zypern", zitiert die "BusinessWeek" zuletzt Nick Colas, Chef-Marktstratege der Convergex-Gruppe. Beim Bitcoin muss zumindest niemand fürchten, dass ein Teil seines Vermögens einfach gepfändet wird, wie auf der Mittelmeerinsel. "Falls Sie ein Gefühl für den Druck auf europäische Sparer bekommen wollen, müssen Sie nur den Kurs des Bitcoin beobachten", so Colas.

Schürfgeschwindigkeit gedrosselt

Der zweite Faktor hat nichts mit der Krise des Euro, einzelner Mitgliedstaaten und dem Vertrauen der Anleger zu tun, sondern ist schlicht in der Konstruktion des Bitcoin begründet. Die maximale Geldmenge wird etwa im Jahr 2033 erreicht sein, wenn jede mögliche Währungseinheit von Computern geschürft, also errechnet wurde. Um Inflation zu verhindern, halbiert sich etwa im Zweijahresabstand die Schürfgeschwindigkeit. Im vergangenen Dezember passierte genau dies. Und seither steigt der Kurs, weil die Nachfrage nicht nachlässt.

Es gibt weitere Faktoren, die den Kurs nach oben treiben. Etwa, dass iranische Sparer in Zeiten von Sanktionen und Inflation offenbar die virtuelle Währung als sicheren Hafen ihrer Ersparnisse sehen. Ebenso die Spanier, die angeblich mit Teilen ihres Vermögens in den Bitcoin flüchten.

Nie zuvor erreichte der Bitcoin einen dreistelligen Wert in US-Dollar. Der Gesamthandelswert der ausgegeben Geldmenge hat nun erstmals die Grenze von 1 Milliarde US-Dollar passiert. Der "Economist" schrieb bereits vor Wochen, der Preis des Bitcoin sehe aus wie eine Blase. Die bislang einzige vorherige platzte im Jahr 2011 bei einem Wert von 30 Dollar. Nick Colas sagte, der Bitcoin sei gut für Ersparnisse zwischen 1000 und 10.000 Dollar. Für mehr sei die Liquidität, also die Geldmenge, nicht ausreichend.

Quelle: n-tv.de

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