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Boses QuietComfort 35 sind tolle Kopfhörer - die App ist aber möglicherweise etwas zu neugierig.
Boses QuietComfort 35 sind tolle Kopfhörer - die App ist aber möglicherweise etwas zu neugierig.(Foto: jwa)
Donnerstag, 20. April 2017

Daten gesammelt und verkauft?: Bose soll QuietComfort-Nutzer ausspionieren

Boses QuietComfort 35 sind starke Noise-Cancelling-Kopfhörer. Mit einer Begleit-App können Nutzer ihr Potenzial ausschöpfen. Nun klagt ein Kunde: Bose soll Nutzer über die App ausspionieren und die Daten verkaufen.

Aus der Musik oder Podcasts, die Menschen hören, lassen sich viele Rückschlüsse auf deren Persönlichkeit, politische und religiöse Überzeugungen, sexuelle Orientierung, Gemütslage oder schlicht auf deren Alltag ziehen. Sensible persönliche Details also, die wohl niemand gerne in unbekannte Hände geben möchte. Genau das soll aber Audio-Hersteller Bose mit den Nutzerdaten getan haben, die er über seine App "Bose Connect" gesammelt hat. Ein Kunde hat deshalb nun vor einem Gericht in Chicago Klage gegen das Unternehmen eingereicht.

Bose-Nutzer Kyle Zak habe nach dem Kauf den Rat von Bose befolgt, die App zu installieren, berichtet das Wirtschaftsmagazin "Fortune" und verweist auf die im Netz einsehbare Klageschrift. Er habe dabei auch seinen Namen, Telefonnummer und E-Mail-Adresse angegeben. Die App ist für iOS- und Android-Geräte verfügbar und verspreche dem Nutzer, das "meiste aus seinen Headphones herauszuholen".

Dasselbe mache Bose aber auch mit seinen Nutzern, so Zaks Vorwurf: Das Unternehmen sammle ohne Wissen und Erlaubnis der Nutzer sensible Informationen über deren Hörverlauf und -gewohnheiten und verkaufe diese Daten an Dritte weiter - unter anderem an eine Firma, die damit werbe, "alle Daten Ihrer Kunden zu sammeln und sie überall hin zu senden". 

Alle Drahtlos-Modelle betroffen

Welche Kopfhörer Kyle Zak nutzt, geht aus der Klage nicht hervor. Betroffen sind aber das Kopfhörer-Modell Quietcomfort 35 mit Bluetooth-Verbindung und aktiver Geräuschunterdrückung, außerdem die drahtlosen Bose-Geräte QuietControl 30, Soundsport Wireless, Soundsport Pulse Wireless, Soundlink Around-Ear Wireless Headphones II und Soundlink Color II.

Bose hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert. Auch die Höhe der Entschädigung, die Zak zustehen könnte, wenn das Gericht ihm Recht gibt, ist nicht bekannt. Der Kläger fordert ein Unterlassungsurteil gegen Bose, außerdem eine Entschädigung für die Verletzung seiner Privatsphäre und der anderer Nutzer sowie eine Rückerstattung des Kaufpreises seiner Kopfhörer. Der Streitwert liegt bei über 5 Millionen Dollar.

Die Beschwerde ist als Sammelklage gedacht, Zak nimmt also für sich in Anspruch, auch im Namen anderer Bose-Kunden zu sprechen. Wenn Zak Erfolg hat, verschafft die Klage nicht nur ihm selbst Ansprüche, sondern jeder Person, die in gleicher Weise von dem Sachverhalt betroffen ist - in diesem Fall also jedem Bose-Kunden, der die Connect-App nutzt.

Quelle: n-tv.de

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