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Unter Android N gibt's die Möglichkeit, zwei Apps auf einem geteilten Bildschirm anzuzeigen.
Unter Android N gibt's die Möglichkeit, zwei Apps auf einem geteilten Bildschirm anzuzeigen.(Foto: kwe)

Google veröffentlicht Vorschau: Das kann Android N jetzt schon

Von Klaus Wedekind

Google veröffentlicht überraschend die erste Vorschau auf das kommende Android N. Eigentlich ist sie nur für Entwickler gedacht, aber jeder, der ein aktuelles Nexus-Gerät hat, kann die bereits erstaunlich stabile Software im Handumdrehen installieren.

In Vorbereitung auf seine Konferenz I/O im Mai veröffentlicht Google vorab eine erste Vorschau auf Android N. Sie soll Entwicklern dienen, ihre Apps frühzeitig an die neue Version des mobilen Betriebssystems anzupassen. Im Gegensatz zu vergangenen Previews hat Google diesmal aber ein Beta-Programm gestartet, das auch Laien erlaubt, die Software unkompliziert und schnell zu installieren. Voraussetzung ist, sie haben ein Nexus-Smartphone ab Modell 6, einen Nexus Player oder ein Pixel C. Dann genügt es sich auf der Programm-Website anzumelden und das Gerät dort zu aktivieren. Wenig später sieht man dann in den Benachrichtigungen den Hinweis auf ein System-Update - ganz so wie bei jeder normalen Android-Aktualisierung.

Achtung: Obwohl die Vorschau erstaunlich gut funktioniert, sollte sie nur auf Geräten installiert werden, die nicht für den täglichen Einsatz benötigt werden! Man kann das Beta-Programm zwar jederzeit wieder verlassen, das Gerät wird dann aber auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt.

Geteilter Bildschirm

Die N-Preview läuft wahrscheinlich deshalb schon so flüssig, weil Google zunächst nur wenige Änderungen im Vergleich zu Android 6 vorgenommen hat. Die auffälligste ist die neue Multi-Windows-Funktion, bei der zwei Apps im geteilten Bildschirm angezeigt werden. Um sie zu nutzen, genügt es, über den quadratischen Button die kürzlich geöffneten Apps aufzurufen. Dann wählt man eine Anwendung aus und zieht sie nach oben, wo sie automatisch eine Display-Hälfte ausfüllt. Danach tippt man die App für die untere Hälfte an. Die Karten der zuletzt geöffneten Apps sind übrigens etwas größer geworden.

Um die untere Anwendung zu wechseln, tippt man erneut kurz auf den rechten Button, dessen Symbol jetzt zwei übereinanderliegende Rechtecke sind. Alternativ kehrt man über den Home-Button oder die Zurück-Taste zum Startbildschirm zurück und wählt dort eine App aus. Vertikal kann man den Bildschirm im Verhältnis 2:1 teilen, horizontal haben beide Anwendungen immer gleich viel Platz. Eine lange Berührung des Symbols rechts unten beendet die Funktion.

Die Benachrichtigungsleiste wird interaktiver.
Die Benachrichtigungsleiste wird interaktiver.(Foto: kwe)

Für die erste Vorschau von Android N hat Google auch die Benachrichtigungen überarbeitet. Nutzer können in der Leiste jederzeit direkt auf Nachrichten antworten. Zusammengehörige Mitteilungen werden gebündelt und können bei Bedarf auch in der Benachrichtigungsleiste auseinandergezogen werden.

Eine kleine, aber feine Veränderung hat Google neben einigen optischen Korrekturen in den Einstellungen vorgenommen: Die Übersicht kann aus jedem Untermenü von links ins Display gezogen werden.

Versteckter Nachtmodus

Das Betriebssystem soll künftig noch effizienter arbeiten. So hat Google die Stromsparfunktion "Doze" ausgebaut. Bisher werden die Aktivitäten von Apps und System minimiert, wenn ein Gerät längere Zeit nicht bewegt wird. Android N beginnt den Schongang bereits, wenn das Display ausgeht.

Weil Nutzer, die Android N schon jetzt installieren, experimentierfreudig sind, sollten sie unbedingt den "System UI Tuner" aufrufen, indem sie in den Schnelleinstellungen lange aufs Zahnrad-Symbol drücken. Dort finden sie nicht nur weitere Anpassungsmöglichkeiten, sondern können auch einen Nachtmodus aktivieren - das soll die Augen schonen und das Einschlafen erleichtern. Android N verwendet dann auf Wunsch ein dunkles Design oder passt Farbton und Helligkeit an. Der Modus kann automatisch, abhängig von Standort und Tageszeit aktiviert werden. Praktisch, aber bei Funktionen im System UI Tuner ist immer offen, ob sie später auch in die allgemeinen Einstellungen übernommen werden.

Quelle: n-tv.de

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