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Mit der richtigen App wird ein Smartphone zum Offline-Navi.
Mit der richtigen App wird ein Smartphone zum Offline-Navi.(Foto: kwe)

iOS, Android und Windows Phone: Die Top-Apps für Offline-Navigation

Von Klaus Wedekind

Weihnachtszeit ist Reisezeit: Apps mit Offline-Karten können auch im Ausland im Auto ein Navigationssystem ersetzen. Aber nicht alle angebotenen Anwendungen sind gleich gut und einige kosten eine ganze Stange Geld. Doch wer knausert, wird manchmal in die Irre geführt.

Die Weihnachtsferien stehen vor der Tür, viele Menschen bereiten jetzt ihre Autofahrt zu den Lieben oder in den Urlaub vor. Wer ins Ausland fährt oder vor Ort einen Mietwagen nimmt, kann sich ein Navigationssystem sparen, wenn er auf seinem Smartphone die richtige App installiert. Wichtig ist dabei, dass das Handy-Navi offline arbeiten kann. Denn wenn die App das Kartenmaterial im Ausland ständig übers Internet nachlädt, können hohe Roaming-Gebühren fällig werden. Google Maps oder Apple Karten verbrauchen rund zehn Megabyte auf 100 Kilometer. Auch im Inland leisten Offline-Apps bessere Arbeit als ihre Online-Kollegen, wenn der Empfang schlecht ist oder das Datenvolumen zur Neige geht.

Für komplizierte Routen besser Geld investieren

Grundsätzlich gibt es bei Offline-Maps zwei Möglichkeiten: Anwendungen, die Material des freien Projekts OpenStreetMap (OSM) nutzen, kosten relativ wenig oder werden gar gratis zur Verfügung gestellt. Bei diesen Lösungen müssen Nutzer allerdings in Kauf nehmen, dass die Karten vor allem in abgelegeneren Gegenden oft ungenau sind und die Routenführung gelegentlich abwegig ist. Fährt man hauptsächlich über Autobahnen oder Hauptverkehrsstraßen, sind OSM-Navis aber meistens ausreichend.

GPS Navigation & Maps ist eine gelungene Gratis-App mit moderaten Preisen für In-App-Käufe.
GPS Navigation & Maps ist eine gelungene Gratis-App mit moderaten Preisen für In-App-Käufe.(Foto: n-tv.de)

Wer auch in abgelegenen Regionen, verwinkelten Gassen oder Seitenstraßen sicher ans Ziel kommen will, sollte besser eine App installieren, für die er teures, aber wesentlich genaueres Kartenmaterial von kommerziellen Geodaten-Anbietern herunterladen muss. Abwegig ist bei diesen Apps aber nicht selten die Preisgestaltung. So sollte man sehr genau überprüfen, welche Regionen in einem Paket enthalten sind, bevor man es kauft. "Europa" bedeutet beispielsweise nicht unbedingt, dass man durch alle europäischen Staaten offline navigieren kann, manchmal sind es nur die EU-Länder.

Eine sehr gelungene OSM-Navigation für iOS und Android ist GPS Navigation & Maps by Scout, die auch ein paar Extras wie Warnungen von Blitzer.de bietet. Das Kartenmaterial für ein Land ist kostenlos, das Europa-Paket kostet 4,99 Euro, ein Land 2,99 Euro. Auf einem ähnlichen Niveau ist Navfree (iOS/Android) unterwegs, mit dem man in Deutschland werbefinanziert gratis navigieren kann. Anzeigenfrei kostet es 1,79 Euro beziehungsweise 1,74 Euro, pro Land sind 2,69 Euro fällig. In der Android-App können auch NAVTEC-Karten gekauft werden, die allerdings mit rund 30 Euro pro Land sehr teuer sind.

Nokia mischt den Markt auf

Nokia hat kürzlich seinen Kartendienst Here als Beta für Android veröffentlicht. Die Finnen stellen Karten von 118 Ländern kostenlos zur Verfügung, Aufbau und Bedienung der App wurden im Test von n-tv.de sehr gut bewertet. Nicht selbstverständlich: Here kann auch auf Tablets installiert werden. Anfang 2015 soll laut Blogeintrag auch eine iOS-Version veröffentlicht werden. Bislang ist hier komplett kostenlos, wenn die Betaphase vorüber ist, wird Nokia mit Here Geld verdienen wollen. Ob mit Werbung und/oder In-App-Käufen ist aber noch offen.

CoPilot nutzt wie Here Karten von Nokia.
CoPilot nutzt wie Here Karten von Nokia.(Foto: n-tv.de)

ALK Technologies stellt mit CoPilot GPS eine hervorragende kostenlose Offline-Navi-App für iOS und Android zur Verfügung, so lange man nur in einem Land beziehungsweise einer Region (z.B. DACH) unterwegs ist. Die App verwendet ebenfalls Kartenmaterial des Nokia gehörenden Geodaten-Anbieters NAVTEC. Zukäufe sind vergleichsweise teuer, weswegen es sich lohnt, gleich zum Premium-Paket zu greifen. Empfehlenswert sind beispielsweise CoPilot Premium Europa (Android) oder CoPilot Premium Europa HD (iOS) für jeweils 29,99 Euro, die jeweils 40 Länder abdecken. Die Navi-App selbst bietet sehr viele Funktionen, arbeitet flüssig und vor allem genau. Allerdings ist das Angebot des Herstellers eher verwirrend und man muss aufpassen, nicht aus Versehen eine ältere oder unpassende Version herunterzuladen.

TomTom Europa ab 20 Euro

Bei "Stiftung Warentest" schnitt TomTom mit seinen hauseigenen Karten am besten ab. Die Europa-App kostet für Android 69,99 und iOS 89,99 Euro. Allerdings sind die Bewertungen in jüngster Zeit in beiden Stores durchwachsen, was weniger an der Routenführung als an Fehlern der Software liegt oder bei der iOS-App auch an der fehlenden Anpassung an die neuen iPhone-Modelle. Hier gilt wie auch bei anderen Apps: Beobachten, ob sich die Bewertungen nach Updates verbessern oder verschlechtern.

Für Android-Nutzer lohnt sich ein Blick auf MapFactor. Sie können es kostenlos mit OpenStreetMap-Karten ausprobieren. Die App bietet aber auch eine günstige Möglichkeit, Material von TomTom zu verwenden, das Europa-Paket kostet nur 19,99 Euro.

Besitzer eines Windows-Phone-Geräts haben zwar ebenfalls eine gewisse Auswahl im Store. Doch da ihnen kostenlos Nokias HERE Drive+ zur Verfügung steht, erübrigt sich eigentlich jede weitere Suche. Das Kartenmaterial stammt von NAVTEC, deckt 196 Länder weltweit ab und ist sehr präzise. In jüngster Zeit gab es zwar Gerüchte, nach der Trennung von Microsoft werde Nokia die Entwicklung der Windows-Phone-Software zurückfahren oder gar einstellen. Nokia hat dies allerdings auf dem Blog von Paul Thurrot dementiert.

Quelle: n-tv.de

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