Technik

Blechen oder Bildschirmsperre : Erpresser-Software wird populärer

Cyberkriminelle nehmen verstärkt IT-Netzwerke von Firmen ins Visier. Viele Unternehmen sind erschreckend schlecht auf die Gefahr vorbereitet. Auch die Attacken auf private Nutzer nehmen zu.

Sogenannte "Lösegeld-Trojaner" kann man wieder loswerden - allerdings nur selten, indem man Geld überweist.
Sogenannte "Lösegeld-Trojaner" kann man wieder loswerden - allerdings nur selten, indem man Geld überweist.(Foto: imago/McPHOTO)

Computer und Netzwerke von Unternehmen, Behörden und Privatleuten sind einer wachsenden Gefahr durch Cyberkriminelle ausgesetzt. "Die Bedrohungslage ist akut und sehr dynamisch", sagt der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Michael Hange. Vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen müssten ihre Computersysteme besser schützen. Manche Unternehmen seien so schlecht gegen Cyberkriminelle gerüstet, dass sie deren Angriffe gar nicht oder erst viel zu spät bemerkten.

Selbst die Bundesregierung sei trotz mächtiger Firewalls ständig solchen Angriffen ausgesetzt, betonte Hange zum Auftakt der IT-Sicherheitsmesse it-sa 2014. "Pro Stunde gehen im deutschen Regierungsnetz durchschnittlich 70 E-Mails mit Malware ein." Fünfmal am Tag komme es zu gezielten Spionageangriffe von zumeist ausländischen Geheimdiensten.

Auch Privatleute würden verstärkt Opfer von Computerkriminellen. Erpresser-Software werde immer beliebter, berichtete der BSI-Präsident. Diese Malware blockiert die Arbeitsoberfläche des Rechners unter dem Vorwand, der Nutzer habe im Internet illegale Pornoseiten besucht. Der PC sei angeblich vom Bundeskriminalamt gesperrt und werde erst nach Zahlung von 50 Euro wieder freigegeben. Die monatlichen Anfragen von privaten PC-Nutzern wegen solcher Erpressungsversuche erhöhten sich in den vergangenen drei Jahren von 600 auf 2000.

Wichtige Daten sichern

Um sich zu schützen, sollten Nutzer Antivirenprogramme aktuell halten und sämtliche Daten auf einer externen Festplatte oder in der Cloud sichern. Wer einen virtuellen Speicher wählt, sollte sichergehen, dass die übermittelten Daten sowohl beim Transport als auch in der Cloud selbst verschlüsselt werden.

Nach einer Umfrage der "Allianz für Cybersicherheit", eines Zusammenschlusses von rund 800 deutschen Unternehmen, sind 56 Prozent aller befragten Behörden und Firmen bereits Opfer von Cyberangriffen geworden. "Knapp 50 Prozent davon konnten den Angriff nicht abwehren", sagte Hange. Dabei könnten sich Unternehmen gegen 80 Prozent der Angriffe mit relativ einfachen Mitteln wappnen. Dazu gehöre neben einer konsequenten E-Mail-Verschlüsselung und einem Passwort-Management die gründliche Sensibilisierung von Mitarbeitern.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen