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Fast alle Wünsche erfüllt: Galaxy S7 ist einfach nur besser

Von Klaus Wedekind, Barcelona

Samsung zündet mit dem Galaxy S7 in Barcelona kein Feuerwerk neuer Funktionen, sondern verbessert sein Flaggschiff gekonnt an den entscheidenden Stellen. Eine kleine Überraschung ist die Rundum-Kamera Gear 360.

Das Galaxy S6 und seine beiden Edge-Varianten sind hervorragende Smartphones, die in vielen Tests ganz weit vorne lagen. Kritiker bemängelten allerdings, dass Samsung dem schicken neuen Design den wechselbaren Akku, den erweiterbaren Speicher und den Schutz vor Wasser und Staub des Plastik-Vorgängers opferte. Das wird beim neuen Galaxy S7 nicht nochmal passieren. Denn Samsung hat reagiert und praktisch alle Kritikpunkte beseitigt. Zusätzlich ist das Gerät extrem leistungsstark und glänzt offenbar mit einer fantastischen Kamera.

Das Galaxy S7 im Display des Galaxy S7 Edge.
Das Galaxy S7 im Display des Galaxy S7 Edge.(Foto: kwe)

Das Design hat Samsung weitgehend unverändert gelassen, aber die Einheitsgröße aufgegeben. Das Galaxy S7 hat wie gehabt ein 5,1 Zoll großes Display, der an den Seiten gebogene Bildschirm des S7 Edge misst 5,5 Zoll. Eine Rückseite mit abgerundetem Glas und Rahmen macht das Smartphone noch mehr zum Handschmeichler und die Kamera ragt nur noch rund einen halben Millimeter aus dem Gehäuse hervor. Trotz des fragil wirkenden Designs ist das neue Galaxy-Flaggschiff nach IP68 staub- und wasserdicht. Dabei hält es sogar noch mehr als das S5 aus, das lediglich eine IP67-Zertifizierung hat.

Infos Weiß auf Schwarz

Die QHD-Displays des S7-Duos sind ebenso gut wie die der Vorgänger - hier hatte Samsung auch keinen Grund, etwas zu verbessern. Die AMOLED-Bildschirme haben jetzt allerdings wie das Display von Herausforderer LG G5 eine sogenannte Always-on-Funktion. Das heißt, sie zeigen Uhrzeit, Kalender oder andere Informationen stromsparend Weiß auf Schwarz an, ohne dass sie der Nutzer dazu entsperren muss. Beim Edge können Nutzer auf einer gebogenen Seite jetzt bis zu zehn angepasste Apps für Zusatzinfos ablegen und schnell auf ihre favorisierten Kontakte zugreifen. Auch n-tv plant, seine App für Schlagzeilen und Börsenkurse im Display-Bogen des Edge anzupassen.

SIM- und microSD-Karte finden stecken in einem gemeinsamen Einschub.
SIM- und microSD-Karte finden stecken in einem gemeinsamen Einschub.(Foto: kwe)

Unter dem Display hat sich einiges getan: So wird das Galaxy S7 in der europäischen Version von Samsungs 8-Kern-Prozessor Exynos 8890 angetrieben, der auf 4 Gigabyte Arbeitsspeicher zugreifen kann. In Benchmarks hat das Duo bereits beeindruckend seine Muskeln gezeigt. Die CPU soll 30 Prozent, die GPU sogar 64 Prozent schneller arbeiten als beim Vorgänger.

Wassergekühlt und ausdauernd

Samsung will mit der Leistung vor allem Mobil-Zocker glücklich machen, für die die Software der Geräte einen eigenen Launcher und Werkzeuge zur Verfügung stellt. Unter anderem sind damit Screenshots und Videoaufnahmen möglich und es gibt spezielle Stromspar-Modi für möglichst lange Spielzeiten. Damit der Chip dabei durchgehend auf Volldampf arbeiten kann, hat ihm Samsung eine Wasserkühlung spendiert. Der Exynos unterstützt außerdem die neue Programmierschnittstelle Vulkan, die unter anderem mehr Details und Spezialeffekte ohne Leistungsverlust ermöglichen soll.

Die Kamera ist vielversprechend.
Die Kamera ist vielversprechend.(Foto: kwe)

Für lange Laufzeiten hat Samsung sein neues Duo auch mit deutlich größeren Akkus ausgestattet: Die Batterie des S7 hat eine Kapazität von 3000 Milliamperestunden, die des Edge sogar 3600 Milliamperestunden. Die S6-Modelle mussten noch mit 2550 beziehungsweise 2600 Milliamperestunden auskommen. Das neue Flaggschiff-Duo ist dafür zwar etwas korpulenter und schwerer, was aber eigentlich keine Rolle spielt. Durch die höheren Kapazitäten ist es auch kaum ein Problem, dass die Batterien nicht wechselbar sind. Geladen werden sie kabellos oder über Micro-USB. Samsung hat auf USB-C verzichtet, da der Anschluss und kompatible Geräte noch nicht weit genug verbreitet seien.

Erweiterbarer Speicher und Top-Kamera

In Europa verkauft Samsung das S7 nur in der Version mit 32 Gigabyte internem Speicher, was aber durchaus ausreicht, da er jetzt wieder durch microSD-Karten erweiterbar ist. Samsung gestattet es allerdings nicht, den Zusatzspeicher zu formatieren und somit wie internen Speicher zu verwenden. Der Geschwindigkeitsunterschied sei zu groß, heißt es.

Die Gear 360 soll künftig auch mit anderen Smartphones zusammnarbeiten können.
Die Gear 360 soll künftig auch mit anderen Smartphones zusammnarbeiten können.(Foto: kwe)

Außergewöhnlich gut scheint dem ersten Eindruck nach die neue Kamera auf der Rückseite zu sein. Samsung hat die Auflösung zwar auf 12 Megapixel reduziert, dafür aber auf dem Sensor 1,4 Mikrometer große Pixel mit je zwei Fotodioden platziert. Dazu ist die Kamera mit Blende f/1,7 besonders lichtstark. Dem ersten Eindruck nach fokussiert die Kamera noch schneller als beim S6 und selbst bei schlechten Lichtverhältnissen macht sie relativ helle Bilder, ohne allzu übles Rauschen zu produzieren.

Rundum-Blick aus der Kugel

Apropos Kamera: Samsung stellt in Barcelona nicht nur die beiden neuen Galaxy-S7-Modelle vor, sondern präsentiert auch die kleine Rundum-Kamera Gear 360. Das Gerät ist kugelrund, etwas größer als ein Golfball und hat zwei Fischauge-Objektive, die jeweils einen Blickwinkel von 195 Grad haben. Sie liefern gemeinsam Rundum-Bilder mit einer Auflösung von 30 Megapixeln, die Kamera nimmt außerdem 360-Grad-Videos mit 3840 x 1920 Pixeln auf, die beispielsweise mit der Gear VR betrachtet werden können. Zeitraffer-Videos beherrscht sie ebenfalls.

Die Aufnahmen schickt die Gear 360 per WLAN-Verbindung zum Speichern aufs Smartphone oder lädt sie direkt zu Youtube hoch. Die Kugel-Kamera kann aber auch Bilder auf microSD-Karten ablegen. Die Objektive sind auch einzeln anwählbar oder liefern Doppelbilder. Samsung liefert die Gear 360 mit einem kleinen Drei-Bein-Ständer aus, sie kann aber auf jedes andere Stativ geschraubt werden. Die Kamera kann unabhängig arbeiten, bietet aber nur mit einem Galaxy-Smartphone alle Möglichkeiten. Samsung will außerdem Apps für den Einsatz mit weiteren Android- oder iOS-Geräten herausbringen.

Galaxy S7 und S7 Edge können ab sofort vorbestellt werden und werden ab dem 11. März mit Android 6.0.1 als Betriebssystem ausgeliefert. Im Angebot sind vier Farben: Silber, Weiß, Schwarz und Gold. Preise hat Samsung noch nicht genannt, Gerüchten zufolge sollen die Geräte etwa 700 und 800 Euro kosten. Die Gear 360 sollte ebenfalls bald verfügbar sein, hier wird über einen Preis zwischen 300 und 400 Euro spekuliert.

Quelle: n-tv.de

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