Technik

Lobhudelei bei Amazon: Gefälschte WeTab-Rezensionen?

Isabell Noé

Die Amazon-Kundenrezensionen zum WeTab fallen durchwachsen aus. Bloggern fiel deshalb der euphorische Kommentar eines gewissen "Peter Glaser" auf. Hinter diesem Pseudonym könnte sich WeTab Chef Hoffer von Ankershoffen höchstselbst verbergen.

Germany_WePad_SOB112.jpg6091378689554548856.jpgErst wird ein funktionsunfähiges Gerät vorgestellt, dann wird der Starttermin mehrfach verschoben und am Ende kommt ein Tablet auf den Markt, das wohl erst nach einigen Updates den gewünschten Funktionsumfang erreichen wird. PR-technisch war das WeTab von Anfang an ein Desaster. Und ganz nach dem Grundsatz "schlimmer geht immer" kommt jetzt noch eine weitere Peinlichkeit hinzu: WeTab-Geschäftsführer Helmut Hoffer von Ankershoffen wird von Bloggern verdächtigt, Kundenrezensionen bei Amazon gefälscht zu haben.

 Aus der Vielzahl der eher mittelmäßigen Bewertungen fiel der euphorische Kundenbericht  eines gewissen "Peter Glaser" heraus. Der schrieb unter der Überschrift "Sehr sehr gut" den folgenden Kommentar: „Ich muss meine vorige Rezension korrigieren: Das WeTab ist nicht gut sondern sehr sehr gut ...  Heute kam ein Update. Ist alles noch flüssiger geworden. Hab meine Email Konten (bei Google und Web.de) eingerichtet, funktioniert super. Der Browser ist scheinbar auch schneller geworden – was will man mehr ... Insgesamt macht das WeTab einen sehr sehr guten Eindruck. Ich kann das Teil nur empfehlen und warte sehr gespannt auf die Android App Unterstützung!"

Spuren verwischt

Nun ist Lobhudelei grundsätzlich nicht verwerflich, vorausgesetzt sie kommt von einem unabhängigen Rezensenten. Aufmerksamen Bloggern entging es aber nicht, dass sich hinter dem Kundenprofil von "Peter Glaser" nicht etwa der bekannte Schriftsteller gleichen Namens – seines Zeichens Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs – verbarg, sondern möglicherweise Helmut Hoffer von Ankershoffen höchstselbst. Dieser Name erschien jedenfalls, wenn man über Amazons Wunschliste das Kundenprofil von Peter Glaser aufrief.

In einer zweiten auffallend positiven Rezension fand eine gewisse Claudia Kaden "das WeTab sehr schön und genau wie ich es mir vorgestellt habe". Deren Kundenprofil hatte nur einen Schönheitsfehler: Es gehörte Sandra Hoffer von Ankershoffen, der Gattin des WeTab-Gründers. Beide Profile und Kommentare sind inzwischen gelöscht, aber durch  Screenshots im Netz dokumentiert.

Tückische Privatsphäre-Einstellungen

Der Klarname erscheint automatisch in der persönlichen Wunschliste von Amazon-Kunden. Allerdings kann man die Liste über die Privatsphäre-Einstellungen vor der Öffentlichkeit verbergen. Das haben die Rezensenten allerdings vergessen - mit Absicht? Technisch wäre es nämlich auch möglich, dass ein Dritter gezielt die Namen in seinem Kundenkonto kombiniert hat, um dem WeTab-Gründer zu schaden. Dieser hat sich bislang nicht zu dem PR-Schlammassel geäußert.  

Quelle: n-tv.de

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