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Müll in der Inbox: Wohl jeder kämpft mit Spam.
Müll in der Inbox: Wohl jeder kämpft mit Spam.(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Nerviger Spam im Postfach: Hier kommt der Mail-Müll her

Unwichtige Nachrichten fluten täglich das E-Mail-Postfach - und sie kommen scheinbar aus dem Nichts. Eine Untersuchung zeigt nun, dass es regelrecht globale Zentren für den Versand des Spams gibt. Die Studie entlarvt auch den schlimmsten Provider.

Über 42.000 Internet-Provider untersuchte Giovane Cesar Moreira Moura in einer Studie. Das Ziel: Herausfinden, woher der ganze Spam kommt, der Datenmüll, der täglich in den Postfächern fast aller E-Mail-Nutzer landet. Das Ergebnis überrascht: Rund 50 Prozent der Nachrichten kommen von nicht mehr als zwei Dutzend Anbietern.

Die Spam-Herde konzentrieren sich auf mehrere Länder: Absoluter Spitzenreiter ist Indien mit 20 Prozent des weltweit versandten Datenmülls. Es folgen Vietnam und Brasilien mit jeweils 7 Prozent. Unabhängig vom Anteil am Gesamtaufkommen ist ein Provider in Nigeria besonders auffällig: Von 62 Prozent seiner IP-Adressen wird Spam versandt. Der Wissenschaftler der Universität von Twente in den Niederlanden zieht in seiner Untersuchung eine Analogie zu gefährlichen Stadtvierteln und nennt die Orte "schlechte Nachbarschaften".

Geografische Verteilung

Die unterschiedlichen Betrugskategorien sind zudem offenbar geografisch verteilt. Während der pure Spam hauptsächlich aus Südasien kommt, werden die meisten Phishing-Attacken von den USA und anderen Industrieländern ausgeführt. Das liegt womöglich daran, dass die betrügerische Website - etwa eine angebliche Online-Banking-Seite - mehr Geld von ihren Opfern erhalten kann, je länger sie auch online ist. Und Provider in Industrienationen sind verlässlicher.

Der meiste reguläre Spam, also vor allem Werbung, kommt der Studie zufolge von Botnetzen, also Privatrechnern, die infiziert und in der Folge zu Versendern werden. Wenn davon einer ausfällt, ist die Auswirkung kaum spürbar.

Die Angaben über besonders betroffene Internet-Provider können etwa genutzt werden, um schwarze Listen bestimmter IP-Adressbereiche für E-Mail- und Antivirenprogramme zu erstellen. Kommt dann eine E-Mail an, überprüft die Software, ob der Absender sich auf einer solchen Liste oder in deren "Nachbarschaft" befindet und kann sie entsprechend ablehnen. Das ist weniger rechenintensiv und fehleranfällig als eine aufwändige Überprüfung des Nachrichteninhalts auf verdächtige Wörter und Formulierungen.

Quelle: n-tv.de

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