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Die Webseite zu "Bang With Friends" verspricht Anonymität. Screenshot: n-tv
Die Webseite zu "Bang With Friends" verspricht Anonymität. Screenshot: n-tv

"Knall' deine Facebook-Freunde": Kuppel-App sorgt für Erregung

Seit dem Aufkeimen der Sexismus-Debatte ist es zumindest nicht leichter geworden, potenzielle Geschlechtspartner zu identifizieren und taktvoll anzusprechen, selbst wenn gegenseitiges Interesse gegeben sein sollte. Hier setzt die Facebook-App "Bang With Friends" an.

Eine neue App soll paarungswillige Facebook-Freundinnen und -Freunde miteinander verkuppeln - ganz ohne Angst vor Peinlichkeiten oder Zurückweisung. Naturgemäß ist auf diesem Feld Erfolg schwer messbar. Online-Medien dies- und jenseits  des Atlantiks hat "Bang With Friends" aber bereits gehörig in Erregung versetzt.

Dem Boulevard zufolge mischt die Sex-App Facebook auf, es werden vermeintlich traumhafte Zuwachsraten vermeldet: "Fünf neue Nutzer pro Minute" würden sich aktuell registrieren lassen. (Bei dieser Geschwindigkeit wären bereits in 380 Jahren alle derzeitigen Facebook-Nutzer dabei ...)

Grafiken veranschaulichen, wie die App zu benutzen ist. (Zum Vergrößern anklicken; Screenshot: n-tv)
Grafiken veranschaulichen, wie die App zu benutzen ist. (Zum Vergrößern anklicken; Screenshot: n-tv)

Bei einer Online-Umfrage des britischen Independent sagen derzeit 66 Prozent der Teilnehmer, dass sie sich vorstellen könnten, die Kuppel-Software einzusetzen. Wie viele Menschen das aber sind, ist nicht angegeben.

Das Prinzip von Bang With Friends (etwa: "Knall' deine Freunde") ist denkbar einfach: man verrät der Software per Mausklick, wer aus der eigenen Freundesliste für ein Schäferstündchen in Frage käme. Falls der- oder diejenige unabhängig davon ebenfalls Interesse anmeldet - und nur dann! -, werden beide per Mail benachrichtigt - und können dann alles Weitere unter sich ausmachen.

Vor dem Knall: Hosen runter

Zunächst muss man allerdings die Hose runterlassen - und der App weitgehenden Zugriff auf das eigene Facebook-Profil gewähren -, was zumindest für Zeitgenossen mit gefestigtem Beziehungsstatus womöglich keine so gute Idee ist.

Was die Macher mit den Daten anstellen, ist vor allem deshalb unklar, weil diese es derzeit vorziehen, anonym zu bleiben. In einem Interview mit Buzzfeed gaben sie lediglich an, drei männliche Kalifornier zu sein, um die 20 Jahre alt. Ihre Mission sei es, "Liebe zu verbreiten" - und zunächst hätten sie die Sache auch nur aus Spaß in zwei Stunden auf die Beine gestellt.

Von der großen Nachfrage seien sie selbst überrascht worden. Inzwischen suchten sie aber weitere Mitarbeiter. Geplant sei nämlich nicht nur, den Funktionsumfang auch auf gleichgeschlechtliche Partner auszudehnen. Auch eine App für mobile Endgeräte solle so schnell wie möglich an den Start gehen: "Bang to go".

Zieht Facebook bald den Stecker?

Ob es Sex-Suchern beiderlei Geschlechts ebenfalls gelingt, ihre Anonymität zu  wahren, ist durchaus fraglich. Zumindest dass man die App installiert hat, können die eigenen Facebook-Freunde nämlich auch ohne Paarungsinteresse herausfinden, spätestens, wenn Facebook die angekündigte Suchfunktion "Graph Search" auch in Deutschland ausrollt, wie allthefacebook.de im Selbstversuch herausgefunden hat.

Das Magazin weist auch nach, dass die Anwendung derzeit gegen eine Reihe von Facebook-Richtlinien verstößt - und daher vielleicht ohnehin bald den Stecker gezogen bekommt. Problematisch ist neben dem fehlenden Schutz für Minderjährige wohl vor allem, dass es nur mit einiger Mühe gelingt, der App die Zugriffsrechte aufs eigene Profil wieder zu entziehen.

Nicht auszuschließen ist außerdem, dass mancher Schelm den gesamten Freundeskreis als koitus-kompatibel markiert - nur um über jedes eventuell dort aufkeimende Interesse umgehend informiert zu werden.

Quelle: n-tv.de

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