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Zylinder mit Stoffhülle: Libratone Zipp und Zipp Mini.
Zylinder mit Stoffhülle: Libratone Zipp und Zipp Mini.(Foto: jwa)

WLAN, Bluetooth, Airplay, Akku: Libratone Zipp erfüllt fast alle Wünsche

Von Johannes Wallat

Libratones Reißverschluss-Lautsprecher Zipp bieten ein tolles Gesamtpaket für unterwegs und zu Hause: Sie haben Akkus, funken per WLAN und Bluetooth und empfangen Internetradio. Eine schicke App gibt es auch dazu - und für Musikfans tolle Extras.

Libratone setzt sich mit der Neuauflage seiner Zipp-Lautsprecher ein ehrgeiziges Ziel: Offenbar möchte man alle Vorzüge der Konkurrenzmodelle von Bose, Sonos, UE und Co. in einem Produkt unterbringen. Unmöglich scheint das nicht - Zipp und Zipp Mini lassen tatsächlich kaum noch Wünsche offen.

Das Aussehen der runden Alleskönner ist jedoch Geschmackssache und ruft zum Beispiel Assoziationen mit Warmhaltebehältern fürs Mittagessen oder überdimensionierten Stiftemäppchen hervor. Lautsprecher-Fans dürften beim Anblick an Ultimate Ears (UE) Boom-Modelle denken. Der Clou: Bei UE gibt es verschiedene Farbkombinationen zum Kauf, bei Libratone lassen sich die Stoffhüllen jederzeit wechseln.

Zipps können draußen und drinnen

Zipp Mini und Zipp können auch gut zusammen.
Zipp Mini und Zipp können auch gut zusammen.

Die Zipps sind etwas größer und schwerer als die UE-Modelle. Ganz so outdoortauglich sind sie damit nicht, auch weil sie nicht gegen Wasser geschützt sind. Doch mitnehmen kann man sie trotzdem: Dank integriertem Akku halten sie acht bis zehn Stunden ohne Stromverbindung aus, eine Schlaufe hilft beim Transport. Doch eigentlich sind die Libratone eher für den Einsatz in den eigenen vier Wänden gedacht - deshalb auch die WLAN-Verbindung, die die portablen Lautsprecher fast auf eine Stufe mit den Multiroom-Systemen von Sonos, Bose, Definitive Audio oder Polk stellt.   

Einmal ins heimische Netz eingebunden, lassen sich die Lautsprecher per Smartphone-App steuern, das funktioniert sowohl mit iOS als auch mit Android problemlos. Sind mehr als ein Lautsprecher im WLAN, lassen sie sich zu Gruppen zusammenfassen oder einzeln bespielen. Schön: Libratone unterstützt Stereo-Wiedergabe, zwei Mono-Lautsprecher können also zu einem Stereopaar zusammengefügt werden. Bis das aber möglich ist, vergeht mitunter viel Zeit: Das Hochfahren dauert zu lange, nach kurzer Unterbrechung waren die Zipps im Test nicht immer gleich wieder abspielwillig.

Rundumklang und Sensortaste

Die Stoffhülle ist austauschbar.
Die Stoffhülle ist austauschbar.(Foto: jwa)

Der Klang der Zylinder ist gut, vor allem der größere Zipp kann mit klarem, detailliertem Sound und ausreichend Bass überzeugen. Der kleinere Mini hat nicht ganz so viel Wumms und lässt in den Höhen im direkten Vergleich etwas Klarheit vermissen. Pluspunkt bei beiden: Der 360-Grad-Klang ist kein Marketingversprechen, tatsächlich geben die Zipps den Ton in alle Richtungen gleichmäßig ab.

Eine kreisrunde Sensortaste an der Oberseite ist das zentrale Steuerungselement: Die Lautstärke regelt man, indem man am Rand entlang wischt, zwei kleine und bei Tageslicht nahezu unsichtbare LED-Leuchten kennzeichnen zwei Sensorfelder für die Bedienung ohne Smartphone. Durch Handauflegen schalten man die Zipps stumm, die Musik spielt weiter, wenn man die Hand wegnimmt.

Zum Musikhören haben Nutzer die Wahl zwischen Airplay für iOS-Geräte, Spotify Connect oder Bluetooth, außerdem empfangen beide Zipp-Modelle wie erwähnt Internet-Radio aus aller Welt. Über die App können bis zu fünf Favoriten festgelegt werden, die dann durch einen Druck auf die Sensortaste an der Oberseite gestartet werden können, ohne das Smartphone herauszuholen und die App zu öffnen. Das erinnert an die Schnellwahltasten von Boses Soundtouch-Lautsprechern, wo Nutzer unter anderem ebenfalls Radiosender speichern können.

Tolles Gesamtpaket

Boses System ist vielseitiger, dafür können die Zipps besser konfiguriert werden. Es gibt verschiedene voreingestellte Equalizer sowie Klangprofile für verschiedene Orte, je nachdem ob der Zipp zum Beispiel im Freien, auf dem Tisch, im Regal oder auf dem Boden steht. Das erinnert an "Trueplay" von Sonos, bei dem die Raumakustik mittels App gemessen wird. Ganz so raffiniert sind die Libratone-Profile nicht, aber sie machen den Sound hörbar besser.    

Der starke Funktionsumfang der Libratone-Speaker wird ergänzt durch die optisch gelungene App, in der man sich schnell zurechtfindet und die eine Reihe von nützlichen Funktionen bereithält, die es bei Konkurrenzprodukten gar nicht oder nur zum Teil gibt. Damit ist vor allem der klanglich überlegene größere Zipp ein tolles Gesamtpaket, bei dem Design, Mobilität, Multiroom-Fähigkeit und ein großer Funktionsumfang Hand in Hand gehen. Der kleinere Zipp Mini eignet sich vor allem für den Einsatz in kleineren Räumen und für gelegentliche Ausflüge ohne schweres Gepäck. Die Talentvielfalt hat aber auch ihren Preis: Mit 299 Euro ist der Zipp kein Schnäppchen, aber sein Geld wert. Der Zipp Mini kostet 249 Euro und ist damit nur unerheblich günstiger.

Quelle: n-tv.de

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