Mittwoch, 27. Januar 2010
Zukunft ungewiss: OpenOffice fällt zurück
Das wird Microsoft freuen: Die niederländische Firma Software Improvement Group (SIG) hat das Gratis-Büropaket OpenOffice.org analysiert. Sie bescheinigt dem Projekt, das auf einem offen zugänglichen Quellcode (Programmcode) basiert, nur mittelmäßige Qualität. Auch die aktuellste Version 3.1.1 sei nur durchschnittlich und die Programmierer hätten viel Arbeit vor sich, urteilen die Analysten. Sie empfehlen den Entwicklern, mehr auf Standards zu setzen, die speziell auf die technische Qualität des Quellcodes ausgerichtet sind.
OpenOffice.org ist ein Abkömmling von StarOffice, das Sun Microsystems vor mehr als zehn Jahren gekauft hat. Vor rund neun Jahren hat Sun den Quellcode der Bezahl-Software für das offene Projekt freigegeben. Von Sun bezahlte Programmierer leisten auch immer noch den Hauptbeitrag bei der Weiterentwicklung von OpenOffice.org. Das Problem: Sun wurde gerade von Oracle übernommen.
Abhängig von Sun?
Obwohl Oracle angekündigt hat, das Projekt weiterzuführen, sehen die SIG-Experten die Zukunft von OpenOffice.org trotzdem gefährdet. Sie warnen daher große Unternehmen und Verwaltungen davor, zum jetzigen Zeitpunkt auf die Gratis-Software umzusteigen. Die Analysten sehen durchaus die Möglichkeit, dass Oracle auf eine lizenzpflichtige Version von OpenOffice.org setzen könnte. Sollte Oracle Sun aus dem Projekt abziehen, würde es laut SIG trotzdem fortgeführt. Inzwischen gebe es genügend kleine Unternehmen und freie Programmierer, die sich daran beteiligten. Es drohe aber die Gefahr, dass sich die Entwicklung der Bürosuite stark verlangsamt.
John McCreesh, Leiter des OpenOffice.org-Projekts, nennt die SIG-Analyse "reine Spekulation". Man sei Sun sehr dankbar für die Unterstützung. OpenOffice.org sei aber nicht darauf angewiesen. Nutzer sollten sich keine Sorgen machen.
kwe
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