Technik

Micropayment-Offensive: Paypal im Android-Markt

Klaus Wedekind

Darauf haben sie lange gewartet: Android-Nutzer können künftig im Market Apps via Paypal bezahlen. Doch das ist nur ein Etappensieg der Ebay-Tochter, die groß ins Geschäft mit Kleinbeträgen für digitale Ware einsteigen will.

Android-Nutzer können künftig mit der Paypal-App im Market einkaufen gehen.
Android-Nutzer können künftig mit der Paypal-App im Market einkaufen gehen.

Nur kurz war auf dem Paypal-Blog die Ankündigung zu lesen, Google führe die Bezahlung per Paypal im Android-Market ein. Jetzt ist sie zwar gelöscht, aber weil das Internet nichts vergisst, findet man den Eintrag von Chef-Entwickler Naveed Anwar immer noch in Googles Cache. "Jetzt sind wir eine Bezahlmethode für alle drei großen Plattformen", jubelt Anwar und betont, dass Android die am schnellsten wachsende mobile Plattform sei.

Die Eroberung des Android-Markets ist aber nur ein Etappensieg in einer groß angelegten Paypal-Offensive. Denn die Ebay-Tochter will ganz groß ins Geschäft mit Kleinbeträgen für sogenannte digitale Güter einsteigen. "Geben Sie den Kunden einen sichereren und einfacheren Weg zu bezahlen" macht Paypal Anbietern von Software, Medieninhalten, Musik, Videos oder Spielen den Mund wässrig.

Das Angebot ist verlockend. Denn viele Nutzer, die bereit wären, für ein paar Cent etwas herunterzuladen, werden von umständlichen Bezahlmethoden abgeschreckt. Vor allem der Zwang, sich erneut irgendwo zu registrieren, wirkt im Mikro-Kaufrausch wie eine kalte Dusche.

Nicht günstiger als Clickandbuy

Zu früh gefreut: Noch hat Google den Android-Market-Deal nicht offiziell bestätigt.
Zu früh gefreut: Noch hat Google den Android-Market-Deal nicht offiziell bestätigt.

Paypal ist aber nicht der Erste, der den Markt mit dem schnellen Klick erobern will. Clickandbuy beispielsweise ist schon lange im Geschäft. Paypal möchte in den USA bei Preisen unter zwölf Dollar fünf Cent plus fünf Prozent des bezahlten Betrags haben. Bei einem Dollar sind dies immerhin zehn Prozent. In Deutschland übernimmt Paypal aber vorerst ungefähr die Sätze des Konkurrenten Clickandbuy für Beträge bis drei Euro: zehn Prozent plus zehn Cent. Bei einem Euro sind dies 20 Prozent.

Einer der größten Internet-Fische hat bereits angebissen: Facebook hat einen Vertrag mit Paypal geschlossen. Vorerst will das soziale Netzwerk nur Entwickler per Micropayment entlohnen. Es plant aber auch, Paypal als Bezahlmethode für Nutzer zu installieren. Wobei Facebook ebenso wie Google vermutlich nicht die festgelegten Gebühren zahlt, sondern eigene Paypal-Konditionen ausgehandelt hat.

Quelle: n-tv.de

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