Donnerstag, 01. Juli 2010
China-Lizenz wird noch geprüft: Peking lässt Google zappeln
Die Regierung in Peking lässt Google im eigenen Saft schmoren. Die Behörden lassen sich bei der Prüfung des Antrags auf Erneuerung der chinesischen Betreiber-Lizenz Zeit. Außerdem muss der Suchmaschinen-Dienst mit "technischen Problemen" kämpfen.Der Internetkonzern Google muss weiter um die Lizenz für sein China-Geschäft bangen. Die Behörden prüfen noch den Antrag, mit dem Google seinen Status als Anbieter von Internetinhalten erneuern will. Das meldete die chinesische Staatsagentur Xinhua. Es sei aber mit einer raschen Entscheidung zu rechnen, zitierte Xinhua einen Beamten.
Google liegt seit Monaten mit der chinesischen Regierung im Clinch. Der Internetkonzern will sich nicht länger den Zensurbestimmungen beugen und hatte deshalb die Suchanfragen an seine chinesische Website google.cn auf die unzensierte Hongkonger Adresse google.com.hk weiter geleitet. Dadurch setzte Google allerdings seine Betreiberlizenz aufs Spiel. Sie ist abgelaufen und muss turnusmäßig für ein Jahr verlängert werden.
Google riskiert viel
Der US-Konzern war der Regierung zu Wochenbeginn entgegengekommen und hatte angekündigt, die automatische Weiterleitung abzuschalten. Stattdessen bietet Google jetzt mit einem Link einen indirekten Weg auf die Server in Hongkong. Experten bezweifeln, dass dies Peking reicht. Abzuwarten bleibt, ob Google zu weiter gehenden Zugeständnissen bereit ist.
Unterdessen war Googles Dienst in China zum Teil nur eingeschränkt erreichbar. "Es scheint, als ob Suchanfragen, die mit Hilfe von "Google Suggest" erstellt wurden, für Nutzer aus China blockiert werden", erklärte ein Unternehmenssprecher. "Google Suggest" schlägt dem Nutzer schon während des Eintippens Begriffe vor. Gewöhnliche Anfragen, die keine Suchvorschläge verwenden, waren davon nicht betroffen.
Der Streit war im März nach Hackerangriffen auf Google und andere US-Unternehmen eskaliert. In den USA wurde vermutet, dass die chinesische Regierung hinter den Attacken steckt. Unter anderem hatten die Hacker versucht, die E-Mail-Konten von Regimegegnern zu knacken.
dpa
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