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Das Sony Xperia Z3 und das Xperia Z3 Compact sind wasser- und staubfest.
Das Sony Xperia Z3 und das Xperia Z3 Compact sind wasser- und staubfest.(Foto: kwe)

Xperia Z3 und Xperia Z3 Compact: Sony bietet iPhone-Alternativen

Von Klaus Wedekind

Mit den neuen Xperia-Z3-Smartphones bietet Sony zwei interessante iPhone-Alternativen an. Vor allem das Compact ist ein kleiner Verführer für Apple-Aussteiger. Man muss aber nicht unbedingt vorher ein iPhone genutzt haben, um die schicken Dinger zu mögen.

Um mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten und immer konkurrenzfähige Smartphones im Angebot zu haben, hat sich Sony entschlossen, alle sechs Monate seine Xperia-Z-Reihe aufzufrischen. Zur IFA in Berlin stellten die Japaner bereits die dritte Generation vor, die diesmal auch wieder eine kompakte Variante zur Seite hat. Bei der Z2-Premiere Ende Februar in Barcelona zeigte Sony kein Compact, das kleine Z1 kam allerdings auch erst Anfang des Jahres auf den Markt. Der Bildschirm des Compact wuchs von 4,3 auf 4,6 Zoll an, wobei das Gehäuse lediglich einen Hauch dicker wurde.

Die gläsernen Rückseiten sind schön, aber auch rutschig.
Die gläsernen Rückseiten sind schön, aber auch rutschig.(Foto: kwe)

Wie das große Modell hat das kompakte Xperia Z3 auf der Vorderseite Stereolautsprecher, weshalb es besser klingt als Smartphones, die nur Speaker auf der Rück- oder Unterseite haben. Hat man gute Kopfhörer, macht sich zudem Sonys Walkman-App bezahlt, die einige sehr nützliche Soundverbesserungen an Bord hat.

Drei deutliche Unterschiede

Beide Smartphones sind technisch weitgehend identisch. Sony beschreitet in dieser Hinsicht einen anderen Weg als die Android-Konkurrenten, deren "Minis" abgespeckte Mittelklasse-Geräte sind. Aber auch bei den Z3-Smartphones gibt es drei deutliche Unterschiede: Das 4,6-Zoll-Display des Compact hat eine niedrigere Auflösung, sein Rahmen besteht aus Kunststoff statt aus Aluminium und der Akku hat eine geringere Kapazität.

Das große Smartphone fühlt sich edler an, das kleinere sicherer.
Das große Smartphone fühlt sich edler an, das kleinere sicherer.(Foto: kwe)

Dabei handelt es sich aber nicht unbedingt um Nachteile. Das leicht transparente, farblose Plastik beispielsweise steht vor allem den bunten Modellen ziemlich gut, da es die Farben des Gehäuses durchschimmern lässt. Außerdem liegt das Smartphone durch den griffigen Rand sehr sicher in der Hand und wenn es trotzdem einmal herunterfällt, schützt der Kunststoff die gläsernen Vorder- und Rückseiten wesentlich besser als der Aluminiumrahmen des großen Z3. Durch die geringere Displayauflösung verbraucht das Z3 Compact auch weniger Strom, wodurch es praktisch genauso lange durchhält wie sein großer Bruder.

Das große Display ist besser

Die Bildschirme beider Z3-Modelle sind sehr gut, im direkten Vergleich schlägt sich das 5,2 Zoll große Full-HD-Display aber deutlich besser. Zwar reicht auch die Pixeldichte von 319 ppi beim Compact dafür aus, alle Inhalte ohne sichtbare Pixel anzuzeigen. Doch das hochauflösendere Display hat bessere Kontraste, stellt Farben natürlicher dar und leuchtet heller. Außerdem hat das Compact einen leichten Gelbstich.

Die wichtigsten Spezifikationen
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 801, vier Kerne, 2,5 Gigahertz
  • Arbeitsspeicher Z3: 3 Gigabyte
  • Arbeitsspeicher Z3 Compact: 2 Gigabyte
  • Interner Speicher: 16 Gigabyte, erweiterbar
  • Display Z3: 5,2 Zoll, 1920 x 1080 Pixel (423 ppi)
  • Display Z3 Compact: 1280 x 720 Pixel (319 ppi)
  • Kameras: hinten 20,7 Megapixel, vorne 2,2 Megapixel
  • Akku Z3: 3100 Milliamperestunden
  • Akku Z3 Compact: 2600 Milliamperestunden
  • LTE, NFC, Bluetooth 4.0, DLNA, MHL, HDMI
  • Sensoren: Beschleunigung, Gyro, Annäherung, Umgebungslicht, Kompass, Barometer, Schrittzähler
  • Betriebssystem: Android 4.4.4
  • Maße Z3: 146 x 72 x 7,3 Millimeter
  • Gewicht Z3: 152 Gramm
  • Maße Z3 Compact: 127 x 64,9 x 8,6 Millimeter
  • Gewicht Z3: 129 Gramm
  • Wasser- und staubdicht (IP65 und IP68)

Die Unterschiede fallen allerdings nur auf, wenn man beide Geräte nebeneinander legt, alleine betrachtet ist der Bildschirm des Compact prima und eine höhere Pixeldichte hätte vielleicht nicht genügend Vorteile gebracht, um einen entsprechend höheren Stromverbrauch zu rechtfertigen. Bei den Blickwinkeln sind beide Xperias stark, auch von der Seite betrachtet sind ihre Displays noch einwandfrei ablesbar, dunkeln lediglich etwas ab.

Runder und robuster

Bei den Designänderungen hat Sony kleine, aber richtige Schritte gemacht. Dabei haben sich die Japaner auch beim großen Gerät auf den Rahmen konzentriert. So sind seine Ecken jetzt zum Schutz der Glasfläche aus Kunststoff und die abgeschrägten Kanten des Z1 mussten angenehm runden Seiten weichen, in denen Lautstärkewippe und Kameraauslöser nicht mehr so stark hervorragen. Außerdem hat der Einschalt-Knopf seine Einfassung verloren. Natürlich sind auch die neuen Xperias wasser- und staubdicht und wie von Sony gewohnt, ist die Verarbeitung tiptop. Leider haben die Designer aber nichts gegen die extrem rutschigen Rückseiten unternommen, weshalb die Geräte sich auch mal problemlos von einer Tischplatte vibrieren können.

Leistungsmäßig gehören Sonys Xperia Z3 und Z3 zur absoluten Smartphone-Spitze. Im AnTuTu-Benchmark sind sie gleichauf mit dem HTC One M8 und dem Samsung Galaxy S5. Das größere Modell kann mit drei Gigabyte Arbeitsspeicher sogar Platz 1 erobern. Das Compact schneidet mit nur zwei Gigabyte RAM etwas schwächer ab, ist aber immer noch für die Top 3 stark genug. Die Laufzeit der Geräte ist dabei imponierend gut. Zwei Tage, wie von Sony beworben, halten die Smartphones zwar vermutlich nur bei sehr zurückhaltendem Gebrauch und aktivierter Energiesparfunktion durch. Im Test sank der Ladestand bei außergewöhnlich hoher Beanspruchung ohne Stromsparmodus aber in 15 Stunden auch nur auf rund 30 Prozent ab. Man darf also erwarten, dass die Smartphones mit trainiertem Akku im Schnitt locker eineinhalb Tage ohne Steckdose auskommen. Damit spielen die Xperias in der gleichen Liga wie Akku-Champion Huawei Ascend Mate 7, das seine Rekordwerte mit schwächerem Prozessor und standardmäßig aktiviertem Sparmodus erzielt hat.

Heiße Kamera

Die Leistung der 20-Megapixel-Kamera hat sich im Vergleich zum Xperia Z2 kaum verändert. Das bedeutet, sie gehört zur Spitzenklasse. Vor allem dann, wenn man die eigentlich sehr zuverlässige "intelligente Automatik" umgeht und selbst einen Modus auswählt oder sich mit den manuellen Einstellungen beschäftigt. Speziell bei Gegenlichtaufnahmen oder schwachen Lichtverhältnissen sollte man der Automatik nicht vertrauen. Wer 4K-Videos aufnimmt oder mit anderen Xperia-Geräten gemeinsam Multi-Aufnahmen macht, wird gewarnt, dass sich die Kamera wegen Überhitzung eine Auszeit nehmen könnte. Kritisch wird die Temperatur aber erst ab rund acht Minuten Dauerdreh, was im Alltag selten vorkommt.

Nicht nur bei 4K-Videos sollte man dabei unbedingt eine microSD-Karte eingesteckt und als Hauptspeicher gewählt haben. Denn mit 16 Gigabyte ist der interne Speicher viel zu knapp für ein Smartphone der Oberklasse.  Auf den voll eingerichteten Testgeräten standen für Aufnahmen und eigene Dateien gerade mal acht Gigabyte zur Verfügung.

Unterm Strich ist Sony mit dem Xperia Z3 ein kleines, aber durchaus gelungenes Update gelungen. Für iPhone-Umsteiger, denen Apples neue Geräte zu mächtig geworden sind, ist vor allem das neue Compact interessant. Es ist noch bequem mit einer Hand zu bedienen, hat aber ein 4,6 Zoll großes Display und mächtig viel Dampf unter der Haube. Und optisch kann man sich mit dem schmucken Sony-Smartphone auch sehen lassen – sogar im Swimming Pool.

Quelle: n-tv.de

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