Technik
In Berlin überreichte "Woz" Enlitic einen Scheck über eine Million Euro.
In Berlin überreichte "Woz" Enlitic einen Scheck über eine Million Euro.(Foto: imago/ZUMA Press)
Montag, 15. Mai 2017

Besuch bei Start-ups in Berlin: Steve Wozniak, Popstar der Technik-Ära

Von Carola Ferstl

Wer an Apple denkt, denkt zuerst an Steve Jobs. Doch am Anfang der wechselvollen Geschichte des Unternehmens stand auch Mitgründer Steve Wozniak. Das Technik-Urgestein besuchte Berliner Start-ups und mahnte zur Menschlichkeit.

Am Anfang von Apple steht nicht nur Steve Jobs. Auch ein anderer Steve war entscheidend am Durchbruch des PC beteiligt: Steve Wozniak. Er entwickelte Mitte der 70er Jahre mit dem Apple 1 den ersten Heimcomputer. Am 20. Mai kommt eines der wenigen erhaltenen Geräte in einem Kölner Auktionshaus unter den Hammer. Auf den Erlös darf man gespannt sein. Bei ähnlichen Auktionen der letzten Jahre wurden Rekordwerte von fast einer Million Dollar erzielt. Allerdings war da der Hype kurz nach dem Tod von Steve Jobs auch besonders groß.

Wie ein Popstar

Doch die Apple-Euphorie ist nicht vorbei. Und so wird auch Steve Wozniak wie ein Popstar auf der neuen CUBE Techfair in Berlin empfangen. Er wird hier das Gewinner-Start-up mit einem Scheck über eine Million Euro auszeichnen und hoffentlich in eine erfolgreiche Zukunft entlassen.

Von solchen Startbedingungen konnte er selber vor 40 Jahren nur träumen: "Niemand glaubte, dass es einen Markt für Heimcomputer geben könnte. Speicherplatz war einfach zu teuer", so "Woz" in Berlin. So kostete Mitte der 80er Jahre eine 20-Megabyte-Festplatte umgerechnet etwa 2000 Euro, das wären sagenhafte 104.000 Euro für ein Gigabyte gewesen. Heute bekommt man 1 Gigabyte für rund 3,5 Cent auf einer 2-Terabyte-Platte.

Heute ist es einfacher

Trotzdem baute Wozniak einen Computer zusammen, wie er ihn sich vorstellte. "Man muss etwas mit Spaß machen, etwas, das man unbedingt erschaffen will. Da geht es nicht um Geld, sondern um Vergnügen", so beschreibt er die ersten Jahre seines Unternehmertums in den späten 70ern. Wozniak hatte Glück. Durch den Börsengang von Apple 1980 wurde er reich. 

Dann jedoch stürzte er mit einem Flugzeug ab und zog sich ein paar Jahre später teilweise von Apple zurück. Er ist aber bis heute ein Angestellter des Unternehmens mit einem festen Gehalt von 120.000 Dollar im Jahr. Für die Gründergeneration von heute sieht Wozniak deutlich einfachere Bedingungen als damals.

"Früher brauchte man viel Geld, um ein Unternehmen richtig groß zu machen. Im Silicon Valley waren das die Leute, die schon irgendwo gearbeitet hatten und sich dann selbständig machen konnten. Heute genügt ein PC und junge Leute können die Welt verändern."

Welt verändern, Mensch bleiben

Auch in Berlin auf der neu gegründeten Leistungsschau für Start-ups entdeckt Wozniak das Potenzial zur Weltveränderung. Er zeichnet beim Wettbewerb schließlich Enlitic aus San Francisco aus. Das 2014 gegründete Digital-Health-Unternehmen arbeitet mit den Methoden des Deep-Learning, läßt also den Computer Patientenakten, Labortests und Bilder erfassen, um selbstständig aus der Masse der Daten zu lernen.

So werden vielleicht schon bald Diagnosen genauer und Behandlungen präziser. Kritiker sehen aber genau das Gegenteil, wenn der Computer Doktor wird und über Wohl und Wehe des Patienten entscheidet. Auch Wozniak schlägt zum Schluss nachdenkliche Töne an. Auf die Frage, wie er die Welt in 40 Jahren sieht, meint er zwar, man solle nicht ihn fragen, sondern einen Science-Fiction-Autor. Jedoch hofft er, dass wir es noch mit Menschen zu tun haben im Jahre 2060 und nicht zu Robotern werden.

"Lasst uns Menschen sein, so sehr wir das können", mahnt er eindringlich mit Blick auf die digitale Zukunft, die auf der neuen CUBE Techfair gefeiert wird.

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Quelle: n-tv.de

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