Technik

Tablet in Kinderhänden: Wenn In-App-Käufe teuer werden

Kostenlose Apps können ganz schön teuer kommen. Dann nämlich, wenn sie sogenannte "In-App-Käufe" ermöglichen, bei denen man Zusatzfunktionen für Geld buchen kann. Wer Handy und Tablet vor Kinderhänden und sich selbst schützen möchte, muss die richtigen Einstellungen treffen.

Wer Kindern ein Tablet in die Hand gibt, sollte Vorsichtsmaßnahmen treffen.
Wer Kindern ein Tablet in die Hand gibt, sollte Vorsichtsmaßnahmen treffen.(Foto: picture alliance / dpa)

Wie kann ein Fünfjähriger in ein paar Minuten eine Menge Geld auf den Kopf hauen? Ganz einfach, wenn man ihm ein Handy oder Tablet gibt. Danny Kitchen aus Bristol hat die Kreditkartenrechnung seiner Eltern mit einem iPad-Spiel um 1700 Pfund (rund 2000 Euro) in die Höhe getrieben. Das Besondere daran: Das Spiel selbst war umsonst, die Kostenfallen waren in der App verborgen. Entsprechend arglos gab der Vater das iTunes-Passwort ein, als sein Sohn ihn bat, das Gratisspiel herunterzuladen.

Was der Vater übersah: Das Spiel funktioniert nach dem "Freemium"-Prinzip. Dabei sind  bestimmte Basisfunktionen kostenlos, weitergehende Leistungen müssen jedoch bezahlt werden. Man kennt das von Diensten wie Xing, Skype, Dropbox oder Spotify. Bei Freemium-Apps kommt das Geld über sogenannte "In-App"-Verkäufe herein.

So auch bei "Zombie vs. Ninja", dem Spiel, das der Vater von Danny Kitchen heruntergeladen hatte. Hier kann man per Knopfdruck virtuelle Waffen dazukaufen – darunter auch Pakete mit 333 "Bomben" für knapp 70 Pfund. Die Eltern bekamen zwar am nächsten Tag Mails, die ihnen die Einkäufe bestätigten, allerdings nahmen sie an, es handele sich um einen Fehler. Erst mit der Kreditkartenabrechnung war klar, dass die Sache ernst war.  Am Ende kam die Familie doch noch glimpflich aus der Sache heraus: Apple war in dem Fall kulant und stornierte die Rechnung.

Apples Schuld?

Man weiß nicht, ob sich der Konzern auch so entgegenkommend gezeigt hätte, wenn der Fall nicht durch die Medien gegangen wäre. Denn rechtlich dürfte Apple kaum zur Verantwortung zu ziehen sein, allenfalls der Betreiber, die Firma Bakumen. Fragwürdig ist es allenfalls, warum ein Spiel überhaupt im iTunes Store landet, bei dem innerhalb weniger Minuten vierstellige Summen ausgegeben werden können. Schließlich gilt gerade Apple bei anderen Kriterien als ziemlich streng, was die Zulassung von Software angeht.

In einem gerichtlichen Prozess wäre die Schuld vermutlich an den Eltern hängen geblieben. Mit der Passworteingabe vor dem App-Kauf hat Apple einen Sicherheitsmechanismus eingebaut und es war der Vater selbst, der das Spiel heruntergeladen hatte. Er hätte sich das Spiel, das übrigens erst ab neun Jahren empfohlen ist, genauer ansehen müssen. Zwar hat der Junge Käufe getätigt, obwohl er nicht geschäftsfähig war. Allerdings dürften die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, als sie den Fünfjährigen mit dem iPad allein ließen.

In-App-Käufe ausschalten

Wer solche Risiken für Kinder oder auch für sich selbst von vornherein ausschalten will, kann  das Gerät für In-App-Käufe sperren. Bei iOS-Geräten ist das keine große Sache: Einfach auf "Einstellungen" klicken, den Menüpunkt "Allgemein" wählen und dann "Einschränkungen aktivieren". Hier kann man dann die In-App-Käufe ausschalten.    

Bei Android funktioniert die Sicherung nicht ganz so einfach, denn hier lassen sich In-App-Käufe nicht grundsätzlich verhindern. Man kann aber eine PIN-Abfrage für jeden einzelnen Kauf einrichten. Dafür geht man im Google Play Store auf die "Einstellungen" und klickt dann unter "Nutzersteuerung" auf "PIN festlegen oder ändern". Dann muss man noch das Häkchen bei "PIN für Käufe verwenden" setzen. Will man dann eine App oder eine App-Erweiterung kaufen, dann geht das nur mit der entsprechenden Nummer. Solange man die vor dem Nachwuchs geheim halten kann, ist man auf der sicheren Seite.

Quelle: n-tv.de

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