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Windows 10 bekommt ein Update, erstmals mit Änderungsprotokoll.
Windows 10 bekommt ein Update, erstmals mit Änderungsprotokoll.

Misstrauen trotz Transparenz: Windows-10-Update erfüllt Nutzerwünsche

Microsoft aktualisiert Windows 10, behebt Fehler und stopft Sicherheitslecks. Wichtiger Schritt zu mehr Offenheit: ein offizielles Änderungsprotokoll. Doch die Kritik am Datenschutz reißt nicht ab.

Das letzte große Update war im Herbst verteilt worden, Version 1511 brachte eine Reihe neuer Funktionen, darunter eine tiefere Integration von Skype ins System, eine schlauere Cortana und Verbesserungen für Edge und die Kacheln im Startmenü - n-tv.de hat die wichtigsten Änderungen für Windows 10 Version 1511 zusammengestellt.  Das jüngste Update ist kleiner und widmet sich vor allem Fehlerkorrekturen, dem Schließen von Sicherheitslücken und Nachbesserungen beim Datenschutz. Die Änderungen hat Microsoft als Reaktion auf den vielfach geäußerten Wunsch nach einer Übersicht erstmals in einem Änderungsprotokoll (Changelog) zusammengefasst.  

Eine von Nutzern vehement eingeforderte Korrektur betrifft den privaten Modus im Edge-Browser: Durch einen Fehler speicherte Edge bislang auch die im Privatmodus besuchten URLs im Cache, obwohl diese eigentlich nach dem Schließen des Browserfensters gelöscht werden müssten. Für Nutzer von Internet Explorer 10 und Firefox interessant: Das Browser-Plug-In Silverlight soll mit dem neuen Build besser funktionieren. Chrome, IE11, Edge oder Safari setzen aber ohnehin auf HTML5.

Changelog feiert Premiere

Updates sollen künftig schneller installiert werden können. Mit der jüngsten Aktualisierung ist es zum Beispiel möglich, gleichzeitig Apps aus dem Windows Store und Aktualisierungen über Windows Update zu installieren. Auch Sicherheitslücken werden mit dem Update geschlossen, darunter Lecks in den Browsern Edge und Internet Explorer 11, die es Angreifern ermöglichten, über verseuchte Websites Zugriff auf das System zu bekommen.

Eine Liste mit allen Änderungen hat Microsoft jetzt auf Englisch im Netz veröffentlicht, eine deutschsprachige Version scheint es bislang nicht zu geben. Mit der Liste begegnet der Konzern seinen Kritikern, die nicht nur den Update-Zwang unter Windows 10 bemängeln, sondern auch die Tatsache, dass Microsoft kaum verrät, welche Veränderungen ein Update mit sich bringt. 

Unterdessen sieht sich Microsoft auch weiterhin mit Schnüffelvorwürfen konfrontiert. Nach der Datenschutz-Panne beim Herbst-Update, bei dem Einstellungen zur Privatsphäre wieder zurückgesetzt wurden, berichtet "Forbes" aktuell von einem Windows-10-Nutzer, der aufgezeichnet hat, wie häufig das System im Hintergrund Daten an Microsoft-Server sendet - trotz deaktivierter Tracking-Optionen. Seine Analyse hat er bei "Voat.co" veröffentlicht. 

Datenhunger bleibt

Warum Windows 10 so viele Daten sammelt, hatte der Konzern bereits im Herbst 2015 erklärt, jedoch erst nach Wochen des Protests gegen den angeblich zügellosen Datenhunger des Systems. Die Daten würden erhoben, um Produkte zu verbessern, Nutzer hätten zudem die Möglichkeit, zu bestimmen, welche Informationen gesammelt würden. Genau daran lässt der "Forbes"-Bericht nun aber erneute Zweifel aufkommen, denn selbst nach Deaktivierung aller Tracking-Optionen und der Installation eines Tools, das den Datenverkehr im Hintergrund stoppen soll, habe es Windows 10 noch geschafft, innerhalb von 30 Stunden mehrere Tausend Mal mit 30 verschiedenen IP-Adressen zu kommunizieren.

Dass die Datenerhebung nicht ganz abgestellt werden kann, ist zwar kein Geheimnis. Auch handelt es sich bei den gesendeten Daten wahrscheinlich nur um Diagnose- und Feedback-Daten, die verschlüsselt und anonymisiert gespeichert werden, wie Microsoft-Vize Terry Myerson bereits in einem erklärenden Blogpost Ende September 2015 betont hatte. Trotzdem: Microsoft gibt sich bei kritischen Fragen zum Datenschutz nach wie vor zugeknöpft und schürt damit das Misstrauen seiner Nutzer. Dass erst jetzt ein Changelog zum Windows-10-Update vorliegt, allerdings nur auf Englisch und Monate nach den ersten Updates, ist bezeichnend für die Informationspolitik des Software-Riesen.

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Quelle: n-tv.de

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