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Im Januar haben sich wieder mehr Nutzer für Windows 10 entschieden.
Im Januar haben sich wieder mehr Nutzer für Windows 10 entschieden.(Foto: kwe)

Microsoft macht Druck: Windows 10 überholt XP

Es hat länger gedauert als erwartet, aber im Januar erreicht Windows 10 endlich einen größeren Marktanteil als Uralt-Vorgänger Windows XP. Dies liegt unter anderem daran, dass Microsoft den Upgrade-Druck auf seine Nutzer weiter erhöht.

Nach schnellen Anfangserfolgen hatte sich das Wachstum von Windows 10 schnell verlangsamt und konnte bis zum Jahreswechsel nur einen Marktanteil von 9,96 Prozent erreichen. Microsoft feierte zwar 200 Millionen aktiv genutzte Geräte, rechnete dabei aber auch erstmals die Xbox-One-Konsolen und Smartphones mit ein. Windows 7 hatte nach fünf Monaten bereits einen Marktanteil von mehr als 11 Prozent und Ende Dezember war auch noch das uralte Windows XP weltweit auf mehr Rechnern installiert als das neue Betriebssystem. Doch jetzt scheint Windows 10 wieder Schwung zu bekommen.

In der jüngsten Statistik von "Netmarketshare" hat Microsofts neueste Software einen Marktanteil von 11,85 Prozent erreicht, konnte also innerhalb eines Monats um fast 2 Prozentpunkte zulegen - deutlich mehr als in den Monaten zuvor. Gleichzeitig ist es Windows 10 endlich gelungen, XP hinter sich zu lassen, das noch 11,42 Prozent hält.

Das stärkere Wachstum könnte ein durch Weihnachtsgeld entfachtes Strohfeuer durch viele PC-Neukäufe sein, allerdings ist mit 90,61 Prozent der Gesamtanteil aller Windows-Varianten am System-Kuchen seit dem Fest leicht geschrumpft. Offenbar wechseln jetzt wieder mehr Nutzer von Windows 7 zu Windows 10. Der Anteil des immer noch klar am weitesten verbreiteten Betriebssystems geht von 55,6 auf 52,4 Prozent zurück. Wahrscheinlich zeigt dabei auch Microsofts ständiges drängeln durch Hinweis-Fenster oder ungefragte Downloads Wirkung.

Unerwünschte Hinweise und Downloads

Aktuell geht Microsoft laut "ZDNet" dazu über, Windows 10 als "empfohlenes" statt als "optionales" Update zu verteilen. Mussten Nutzer bisher die Aktualisierung erst selbst auswählen, bevor sie heruntergeladen wurde, erfolgt dies bei aktivierten automatischen Updates ohne deren Zutun. Die Nutzer müssten einer Installation aber nach wie vor zustimmen, schreibt das US-Blog. Betroffen seien außerdem nur Nutzer, die Windows 10 zuvor reserviert haben, sagte ein Microsoft-Sprecher. Das Unternehmen hatte dies Ende Oktober in einem Blogpost angekündigt. Wer nach einem Upgrade wieder zurück zu seinem alten Betriebssystem will, hat dazu 31 Tage Zeit.

Ärgerlicher für viele Nutzer: Trotz einer Abmahnung durch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg laden ältere Windows-Versionen nach wie vor ungefragt bis zu 6 Gigabyte große Installationspakete auf die Festplatten der Rechner, um einen Wechsel so leicht wie möglich zu machen. Zwar bietet Microsoft eine Anleitung an, wie ungewollte Benachrichtigungen und Downloads unterbunden werden können, doch die dabei erforderlichen Eingriffe sind für Normal-Nutzer kaum nachvollziehbar und auch nicht ratsam. Eine andere Möglichkeit sich Microsofts Drängeln zu entziehen, sind kleine kostenlose Tools, die von diversen Webseiten zum Download angeboten werden. Hier wäre beispielsweise der deutsche Upgradeblocker 2.2 von "Paules-PC-Forum.de" zu nennen.

Quelle: n-tv.de

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