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Der türkische Designer Mustafa Dağdelen hat am Computer ein iPhone 6 anhand der geleakten Informationen nachgebildet.
Der türkische Designer Mustafa Dağdelen hat am Computer ein iPhone 6 anhand der geleakten Informationen nachgebildet.(Foto: Mustafa Dağdelen)
Donnerstag, 17. Juli 2014

Design versus Ausdauer: iPhone 6 superdünn und kurzatmig?

Verschiedene Indizien weisen darauf hin, dass das iPhone 6 trotz eines großen Displays extrem dünn werden könnte. Das sieht zwar toll aus, aber der Platz im Gehäuse wird dadurch enorm knapp - vor allem für den Akku.

In rund zwei Monaten dürfte Apple ein oder zwei neue iPhones vorstellen und allmählich gehen die zahlreichen Leaks auch ins Detail. Doch Bauteile wie der mögliche neue Fingerabdruck-Sensor finden eher Experten spannend. Das größte Interesse erwecken derzeit immer noch die Größen und das mögliche Design des iPhone 6.

Schon seit die ersten angeblichen Baupläne eines iPhone mit 4,7-Zoll-Display aufgetaucht sind, geht man allgemein davon aus, dass Apples neue Smartphones außergewöhnlich dünn sein werden. Zuletzt waren mögliche iPhone-6-Maße auf der japanischen Amazon-Seite aufgetaucht. Der "Daily Mirror" berichtet, für kurze Zeit sei das Gerät auf der Webseite des Online-Händlers gelistet gewesen. Dort hieß es, das Smartphone sei 130 x 65 x 7 Millimeter groß und wiege 113 Gramm - etwa so viel wie das iPhone 5s. Der Preis für das 64-Gigabyte-Modell wurde mit umgerechnet rund 1000 Euro angegeben.

Komponenten müssen schrumpfen

Für so ein schlankes iPhone-6-Gehäuse müssen die Komponenten schrumpfen.
Für so ein schlankes iPhone-6-Gehäuse müssen die Komponenten schrumpfen.(Foto: Mustafa Dağdelen)

Wahrscheinlich sind die Zahlen nur Platzhalter, die aus den bisherigen Leaks generiert wurden. Doch es gibt weitere Indizien dafür, dass das iPhone 6 trotz eines größeren Displays das bisher flachste Apple-Smartphone werden könnte. Aktuell berichtet der Branchendienst "Digitimes", dass es für taiwanische Zulieferer hart sei, ihre Komponenten für das neue iPhone anzupassen, da das Gerät so dünn sei. Sie hätten Schwierigkeiten, nicht zu viel Ausschuss zu produzieren. Konkret heißt es in dem Artikel, der Akku des iPhone 6 sei einen Millimeter dünner als die drei Millimeter dicke Batterie des iPhones 5s, habe aber die gleiche Kapazität.

Dass der flachere Akku ebenso viel Energie speichern kann wie sein Vorgänger, ist beachtlich, bedeutet aber wahrscheinlich auch, dass Käufer des iPhone 6 mit ähnlich bescheidenen Laufzeiten leben müssen wie Besitzer der meisten aktuellen Smartphones. Daran dürfte sich auch kaum etwas ändern, wenn die Batterie wie von "Nowherelse" mit 1810 Milliamperestunden sogar eine etwas höhere Kapazität als der Akku des iPhone 5s (1500 mAh) hat. Denn schließlich muss die Batterie einen größeren Bildschirm mit höherer Auflösung versorgen.

Sparsamer Zweitakter

Dass ein verbesserter Prozessor viel Strom sparen kann, hat Qualcomm mit dem Snapdragon 805 bewiesen. Wunder wird aber auch der neue A8 im iPhone 6 nicht vollbringen können. Einem Artikel der chinesischen Webseite "cnBeta" zufolge hat er zwei Kerne, die bis zu zwei Gigahertz schnell rechnen. Wie beim 805er werden die CPUs im 20-Nanometer-Verfahren hergestellt, der A7 hat noch eine 28-Nanometer-Struktur. Schlankere Fertigungsverfahren bedeuten für die schwingenden Elektronen in den Kernen kürzere Wege, wodurch der Stromverbrauch der Prozessoren sinkt.

Die im Vergleich zum A7 um 0,7 Gigahertz höhere maximale Taktung führt dagegen eigentlich zu einem höheren Energiebedarf. Durch eine intelligente Steuerung, bei der für jeden Prozess nur die nötige Leistung zur Verfügung gestellt wird, kann dies aber weitgehend wettgemacht werden. Außerdem sollte der A8 wie sein Vorgänger für den Schrittzähler und andere Sensoren einen genügsamen Koprozessor zur Seite haben.

Verkaufsrekord trotz kleiner Akku-Schwäche

Trotzdem: Ist der A8 nicht wider Erwarten ein Energiesparwunder, scheint für Apple Design wichtiger als Durchhaltevermögen zu sein. Für eine zwei Millimeter dünnere Taille und ein paar Gramm weniger auf der Waage verspielt es aber möglicherweise eine Chance, seine Konkurrenten alt aussehen zu lassen, deren Top-Smartphones zwar respektable, aber keine überragenden Laufzeiten aufweisen. Mehrere Umfragen haben ergeben, dass für die meisten Smartphone-Nutzer ein langes Durchhaltevermögen des Geräts das wichtigste Kaufkriterium ist. Aber auch mit einer mittelmäßigen Laufleistung könnte das iPhone 6 zu Apples bisher größtem Verkaufserfolg werden. Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen 51 Millionen iPhone 5s und 5c bis Ende Dezember ab. Für das iPhone 6 erwarten die Quellen von "Digitimes", dass Apple in den ersten drei Monaten 60 bis 70 Millionen Stück verkaufen kann.

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Quelle: n-tv.de

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