Freitag, 07. August 2009
Hacker-Angriff auf Twitter: Georgier ausgeschaltet
Twitter selbst war nicht das Ziel der Hacker.
Bei der Hacker-Attacke, die den Kurznachrichtendienst Twitter stundenlang lahmlegte, war das Ziel der Angreifer offenbar ein Nutzer aus Georgien, der "mundtot" gemacht werden sollte.
Twitter inzwischen ist wieder weitgehend erreichbar. Teilweise könne der Dienst im Laufe der Erholung aber noch beeinträchtigt sein, teilten die Betreiber mit. Der Mikro-Blogger- Dienst war am Donnerstagnachmittag nach einer sogenannten Denial-of- Service-Attacke über Stunden völlig blockiert gewesen. Auch Facebook war von der Attacke betroffen, da viele Twitter-Nutzer auf das soziale Netzwerk umstiegen.
Politisch motiviert?
Zunächst war unklar, wer hinter dem Angriff steckt. Nach Angaben des Sicherheits-Chefs Max Kelly von Facebook hatten es die Angreifer auf einen bestimmten Nutzer aus Georgien mit dem Pseudonym "Cyxymus" abgesehen. "Es war eine zeitgleiche Attacke auf eine Reihe von Plattformen, um dessen Beiträge zu stoppen", sagte Kelly dem Branchendienst "cnet". Auch die Internet-Seiten LiveJournal sowie Googles Blogger-Site und YouTube seien attackiert worden. Der besagte Mann aus Georgien nutze alle diese Seiten. Ob der Hacker-Angriff möglicherweise politisch motiviert war, ist bisher noch nicht bekannt. Die Vermutung liegt allerdings nahe, da vor genau einem Jahr der Krieg zwischen Russland und Georgien zu Ende ging. Der Sicherheitsanbieter Sophos meldet, dass "Cyxymus" ein pro-georgischer Blogger sei, der zahlreiche Seiten in sozialen Netzwerken betreibe.
Bei einer Denial-of-Service- oder kurz DoS-Attacke wird ein Server allein dadurch in die Knie gezwungen, dass er mit einer gezielten Aussendung von massenhaften Anfragen überlastet wird. In der Regel kapern Hacker dafür heimlich zuvor Tausende Computer, die dann für den Angriff zu einer bestimmten Zeit aktiviert werden.
Laut Sophos gingen die Hacker in diesem Fall denkbar einfach vor: Sie versandten Spam-Mails unter der Absenderadresse des Opfers und verlinkten auf seinen Twitter Account und dessen Social Networking-Seiten.
kwe/dpa
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