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„Wir brauchen eine neue Finanzmesse für eine neue Zeit“Ein Gespräch mit Finance-26-Initiator Lothar Albert über den Neustart der deutschen Finanz-Eventlandschaft

03.07.2026, 18:00 Uhr
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Die World of Trading war über viele Jahre eines der bekanntesten Börsen- und Tradingevents Deutschlands. Warum also gibt man ein etabliertes und funktionierendes Format auf, um mit der Finance 26 praktisch bei null zu beginnen? Darüber sprechen wir mit Finance-26-Initiator Lothar Albert. Die Teilnahme ist übrigens kostenlos und Tickets bekommen Sie unter www.finance26.de.

Finance26: Die größten Börsengeschichten schreibt nicht die Vergangenheit – sondern die Zukunft. Seien Sie dabei.

Lothar Albert ist Gründer und Veranstalter der Finance 26, Herausgeber des Traders' Magazins und seit über 20 Jahren Organisator von Finanzveranstaltungen. Mit der Finance 26 möchte er Finanzbildung, Kapitalmarkt und Community auf eine neue Ebene heben.

Treffen Sie die Köpfe der Finanzwelt am 25. und 26. September 2026 in Frankfurt – der Eintritt ist kostenlos.



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Herr Albert, viele in der Branche fragen sich: Warum überhaupt etwas Neues? Die World of Trading war doch erfolgreich.

Natürlich war sie das. Die World of Trading war über viele Jahre eine starke Marke mit einer unglaublich loyalen Community. Gerade deshalb war die Entscheidung auch keine spontane oder leichte. Aber irgendwann muss man sich ehrlich fragen, ob ein bestehendes Format noch die Welt widerspiegelt, die gerade entsteht.

Die Finanzwelt verändert sich momentan in einem enormen Tempo. Früher war Börse für viele ein Spezialthema für eine relativ kleine Zielgruppe. Heute betrifft das Thema praktisch jeden Menschen. Inflation, private Altersvorsorge, ETF-Sparen, Vermögensaufbau oder finanzielle Unabhängigkeit sind längst gesellschaftliche Themen geworden. Gleichzeitig konsumieren Menschen Inhalte völlig anders als noch vor zehn Jahren. Sie wollen nicht mehr nur Vorträge in Messehallen sehen, sondern echte Diskussionen, Persönlichkeiten, Emotionen und Erlebnisse.

Uns wurde deshalb klar: Wir brauchen kein Update der World of Trading. Wir brauchen etwas Neues.

Bedeutet das, die World of Trading war zu eng gedacht?

Nein, überhaupt nicht. Die World of Trading war für ihre Zeit genau das richtige Format. Sie hatte einen klaren Fokus auf Trading und Kapitalmärkte und war in dieser Community sehr angesehen. Aber wir haben gemerkt, dass die Grenzen inzwischen verschwimmen. Heute interessieren sich Menschen gleichzeitig für ETFs, Trading, KI, Unternehmertum, Finfluencer, Technologie, Vermögensaufbau und persönliche Freiheit. Diese Themen lassen sich kaum noch sauber voneinander trennen.

Die nächste Generation denkt viel vernetzter. Sie bewegt sich selbstverständlich zwischen YouTube, Podcasts, Börsen-Apps, Social Media und klassischen Finanzmedien. Genau daraus entstand letztlich die Idee zur Finance 26.

Was soll die Finance 26 konkret sein?

Im Kern soll die Finance 26 ein großes Finanzfestival für die neue Generation werden. Natürlich wird es weiterhin klassische Inhalte rund um Börse, Investment, Trading und Vermögensaufbau geben. Aber eben eingebettet in ein viel breiteres Erlebnis.

Wir wollen große Debattenbühnen schaffen, moderne Medienformate integrieren, Podcasts live auf die Messe bringen und Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten Bereichen zusammenführen. Gleichzeitig soll die Veranstaltung viel offener und emotionaler werden als klassische Finanzmessen. Menschen sollen dort nicht nur Informationen konsumieren, sondern Teil einer Community werden.

Uns geht es darum, die Finanzwelt aus ihrer bisherigen Nische herauszuholen und stärker in die gesellschaftliche Mitte zu bringen.

Ein Bereich sorgt besonders für Aufmerksamkeit: der Kidspark. Wie kam es dazu?

Der Kidspark ist tatsächlich einer der wichtigsten Bestandteile der gesamten Veranstaltung. Wir diskutieren in Deutschland permanent über Rentenprobleme, fehlende private Vorsorge und finanzielle Bildung – gleichzeitig lernen Kinder in der Schule fast nichts über Geld, Unternehmertum oder Investieren. Dieser Widerspruch ist aus unserer Sicht enorm.

Deshalb wollten wir bewusst einen Bereich schaffen, in dem Kinder und Jugendliche gemeinsam mit ihren Eltern spielerisch an wirtschaftliche Themen herangeführt werden. Dort soll es beispielsweise interaktive Lernstationen, Börsenspiele, technologische Erlebnisse und altersgerechte Inhalte geben. Nicht trocken und belehrend, sondern modern und zugänglich.

Der Kidspark symbolisiert letztlich etwas Größeres: Finanzbildung darf kein Elitenthema sein. Sie muss viel früher beginnen und sie muss gesellschaftlich normal werden.

Manche Kritiker sagen, Finanzmessen entwickeln sich zunehmend zu Entertainment-Veranstaltungen.

Ich glaube, man muss akzeptieren, dass Menschen Inhalte heute anders erleben wollen. Eine sterile Messehalle mit ein paar Roll-Ups und endlosen PowerPoint-Präsentationen reicht nicht mehr aus. Die Menschen wollen echte Diskussionen, starke Persönlichkeiten, Dynamik und Interaktion.

Das bedeutet aber nicht automatisch Oberflächlichkeit. Im Gegenteil. Unser Anspruch ist es, hochwertige Inhalte so aufzubereiten, dass sie mehr Menschen erreichen. Wenn sich junge Menschen plötzlich für Kapitalmärkte oder private Vorsorge interessieren, weil die Formate moderner und zugänglicher sind, dann ist das aus meiner Sicht etwas sehr Positives.

Welche Rolle spielen Finfluencer bei der Finance 26?

Eine wichtige, aber nicht die einzige. Man muss anerkennen, dass Finfluencer in den vergangenen Jahren etwas geschafft haben, woran klassische Finanzkommunikation oft gescheitert ist: Sie haben junge Menschen überhaupt erst wieder für Geldanlage begeistert.

Gleichzeitig wollen wir bewusst unterschiedliche Welten zusammenbringen. Deshalb werden auf der Finance 26 nicht nur Creator auftreten, sondern ebenso Medienvertreter, institutionelle Marktteilnehmer, Analysten, Unternehmer und Experten aus Technologie und Wirtschaft. Uns geht es nicht um eine einzelne Bubble, sondern um den Dialog zwischen verschiedenen Perspektiven.

Warum der Name „Finance 26“?

Weil wir ganz bewusst keinen klassischen Börsenmessen-Namen wollten. Der Begriff „Finance“ ist breiter und moderner. Er umfasst nicht nur Aktienmärkte, sondern auch Technologie, Innovation, Unternehmertum, persönliche Finanzen und gesellschaftliche Zukunftsfragen.

Die „26“ steht dabei für den Neustart und für eine neue Phase. Wir wollten ein Signal setzen, dass hier etwas Neues entsteht und eben nicht einfach nur eine Fortsetzung bestehender Formate.

Wie groß denken Sie die Veranstaltung langfristig?

Sehr groß – allerdings nicht nur in Besucherzahlen. Unser Ziel ist es nicht, einfach nur möglichst viele Menschen in eine Halle zu bringen. Wir wollen eine Plattform schaffen, die weit über die eigentlichen Veranstaltungstage hinaus wirkt.

Deshalb spielen Medieninhalte, Community-Aufbau, digitale Formate und ganzjährige Sichtbarkeit eine so wichtige Rolle. Im Idealfall entwickelt sich die Finance 26 zu einem zentralen Treffpunkt der modernen Finanzkultur im deutschsprachigen Raum.

Was wünschen Sie sich, dass Besucher nach der Veranstaltung sagen?

Dass sie das Gefühl hatten, Teil von etwas Neuem gewesen zu sein. Nicht einfach auf einer Messe. Sondern mitten in einer Bewegung, die zeigt, dass Finanzbildung, Kapitalmarkt und wirtschaftliches Denken künftig viel stärker zur gesellschaftlichen Realität gehören werden.

Quelle: ntv.de