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Der Tag 50 Jahre Rossmann-Drogeriekette

Vor einem halben Jahrhundert eröffnete Dirk Roßmann einen kleinen "Markt für Drogeriewaren" im hannoverschen Stadtteil List. Damals kannten ihn wenige Kunden und Branchenkollegen - das sollte sich in der bevorstehenden Zeit ändern. Heute ist die Firma Rossmann neben den deutschen Hauptkonkurrenten dm und Müller eine der größten Einzelhandelsketten Europas.

Am 17. März wird das Unternehmen 50. Zumindest an der Spitze bleibt Rossmann ein Familienbetrieb, der 75-jährige Gründer Dirk gab im vorigen Herbst die Leitung an Sohn Raoul ab. Der Mittdreißiger - gelernter Betriebswirt - ist nun Geschäftsführer, während sein Vater noch die Beteiligungen der Gruppe mit sortiert. Der zweite Sohn Daniel kümmert sich vor allem um den Ausbau des Filialnetzes und die Immobilien. Darüber hinaus sind längst viele Manager von außerhalb des Roßmann-Clans eingestellt. Sie steuern das laufende Geschäft.

Privat schwelgt der alte Roßmann mittlerweile ebenso in halbfiktiven, vom drohenden Klimakollaps inspirierten Thriller-Welten: Er will sich einen Namen als Schriftsteller machen. Roßmann, der Schätzungen zufolge zu den reichsten Deutschen gehören soll, ist auch eine Reizfigur. Einerseits betonen selbst Kritiker, die sein Ego für groß und seine Preispolitik für nicht gerade zimperlich halten, das Engagement in Organisationen wie der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, die er mitgründete. Dafür gab es unter anderem das Bundesverdienstkreuz. Bei vielen Beschäftigten ist Roßmann bodenständig und beliebt, sein Ruf als sozialer Unternehmer eilt ihm oft voraus, in TV-Talkrunden beteiligt er sich an Debatten von Wirtschafts- bis Weltpolitik. Er provoziert aber gern - und weiß damit zu kokettieren. Als der von manchen Feuilletonisten als eher naiv abgetane, vom Publikum durchaus geschätzte Roman "Der neunte Arm des Oktopus" erschien, warf Roßmann eine riesige PR-Maschinerie an und vertrieb seinen Text parallel über die eigenen Läden, während Buchhändler unter Corona ächzten.

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Quelle: ntv.de

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