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Der TagAfD in Leuna gedenkt Soldaten mit NS-Spruch auf Kranz - und weist Kritik wütend zurück

29.11.2024, 19:28 Uhr

In Nazi-Deutschland war der Slogan "Für Führer, Volk und Vaterland" eine oft verwendete Formel. Regelmäßig tauchte sie in Todesanzeigen für Soldaten auf, die "für Führer, Volk und Vaterland" gefallen seien. Doch plötzlich findet sich genau dieser Spruch, wohlgemerkt 2024, auf dem Stadtfriedhof von Leuna in Sachsen-Anhalt wieder. Wie der "Spiegel" und die "Mitteldeutsche Zeitung" berichten, hat die Stadtratsfraktion der AfD dort einen Kranz mit ebenjenem Slogan zum Volkstrauertag niedergelegt. Der Zeitung zufolge gab es auch einen Kranz mit dem gleichen Spruch auf dem Friedhof der zu Leuna gehörenden Ortschaft Zweimen, dieser stamme jedoch nicht von der AfD, sondern der Zeitung zufolge vom Ortschaftsrat, Förderverein der Feuerwehr und Johannesbier-Verein.

Beide Kränze wurden entfernt. Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet, sei der Kranz in Leuna im Müll gefunden worden, an der Schleife fehlte das Wort "Führer". Der CDU-Bürgermeister Michael Bedla der Kommune habe die Polizei und den Staatsschutz eingeschaltet. "Die haben keinen strafrechtlichen Tatbestand erkannt", zitiert laut "Spiegel" die "MZ" den Bürgermeister. Der andere Kranz sei auf Bitte der dortigen Pfarrerin entfernt worden, sie habe das als "beschämend" erachtet.

Und die AfD? Die Fraktion in Leuna gibt auf ihrer Facebook-Seite zu, den Spruch verwendet zu haben - und sieht sich missverstanden. "Es macht uns traurig und wütend zugleich, dass dieser nationale Feiertag kaum noch an unsere deutschen gefallenen Soldaten und die Toten in der deutschen zivilen Gesellschaft erinnert", schreibt Fraktionschef Rüdiger Patzsch über den Volkstrauertag. Deshalb habe man den Spruch "Für Führer, Volk und Vaterland - Warum?" gewählt, also mit dem Zusatz "Warum?". Die Kritiker, Bürgermeister Bedla und Stadtratsvorsitzender Daniel Krug von der FDP, bezeichnete er als "Denunzianten". Der vom "Spiegel" befragte Historiker Wolfgang Benz verurteilte das scharf. "Das ist ein Spruch aus dem nationalsozialistischen Wortschatz", erklärte er.

Quelle: ntv.de