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Der TagAfghanistan: Taliban-Regierung gespalten nach Univerbot für Frauen?

23.12.2022, 18:36 Uhr
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Mutige Afghaninnen gehen gegen den Rauswurf von Frauen aus Universitäten auf die Straße und protestieren. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die Taliban sind sich ja eigentlich bei einer Sache immer einig: Wenn es darum geht, Frauen abzuwerten und zu entrechten. So schien es auch am vergangenen Dienstag zu sein, als die Islamisten Frauen aus den Universitäten verbannten. Umso verwunderlicher für mich, dass sie beim Hochschulverbot für Frauen wohl doch nicht ganz einer Meinung sind. Einem Medienbericht zufolge ist die Taliban-Regierung gespalten. Innenminister Siradschuddin Hakkani und Verteidigungsminister Mullah Jakub Mudschahid sollen eine Wiedereröffnung der Universitäten für Frauen diskutiert haben, berichtet der für gewöhnlich gut informierte afghanische Sender Tolonews unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle im Innenministerium. Der zuständige Taliban-Minister für Höhere Bildung, Scheich Neda Mohammed Nadim, hatte das Universitätsverbot für Frauen hingegen in einem Interview im Staatsfernsehen verteidigt.

Den drastischen Schritt begründete der Hardliner mit ...

... diesen Satz aus der Agenturmeldung breche ich hier mal ab. Wir alle hier wissen, dass es keine Rechtfertigung dafür gibt, Menschen in Klassen zu unterteilen oder Frauen ihrer Rechte zu berauben. Die menschenverachtenden Bedingungen - etwa dass eine Frau sich voll verschleiern und mit ihrem männlichen Begleiter (wohl eher Bewacher) kommen muss, sind keine weitere Zeile wert. Fakt ist: Solange die Taliban dort ihre Macht ausüben und die Frauen unterdrücken können, wird es immer schlimmer werden. Ich fühle sehr mit den Afghaninnen. Vor allem mit der ganzen Generation junger Frauen, die in Kabul in den vergangenen zwei Jahrzehnten auf ein besseres Leben gehofft hatte und die nun von diesen Steinzeit-Männern ihrer Zukunft beraubt wird. Seit August 2021 gibt es ihre Welt nicht mehr.

Quelle: ntv.de