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Der TagAfghanistan bleibt wegen Corona auf Melonen sitzen

21.07.2020, 14:14 Uhr

Wohin mit all den Melonen? Lange Zeit waren Afghanistans Grenzen wegen der Corona-Pandemie geschlossen - zum Ärger vieler Bauern. Diese bleiben in diesen Sommer wegen fehlender Exportmöglichkeiten wohl auf Tausenden Tonnen Melonen sitzen. "Leider ist der Preis für Wassermelonen sehr niedrig", berichtet Mohammad Daud, ein 36-jähriger Bauer aus der westlichen Provinz Farah. "Ich konnte noch nicht einmal die Hälfte von dem verdienen, was ich ausgegeben habe."

Da Afghanistan keinen Zugang zum Meer hat, ist das Land beim Handel auf Nachbarländer oder den Luftweg angewiesen. Besonders abhängig ist Afghanistan von Exporten ins Nachbarland Pakistan, doch bis vor Kurzem waren die Grenzen geschlossen. Daher landete ein Großteil der Ernte zunächst auf Märkten in Kabul. Aber auch hier gibt es ein Überangebot.

Das Problem ist inzwischen so akut, dass eine nationale Behörde Wassermelonen auf die Speisekarte der Sicherheitskräfte gesetzt hat. Bauer Mohammad Daud: "Wir haben genug Wassermelonen, dass nur ich allein alle Truppen mit Melonen versorgen kann."

Quelle: ntv.de