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Der TagAlte Politiker, Verschleiß, orthopädische Einlagen - willkommen in der Zukunft der USA

27.12.2021, 10:32 Uhr

Der jüngste Gesundheitscheck des US-Präsidenten las sich wenig schmeichelhaft: Ausführlich wurde darin der "steife Gang" des mächtigsten Mannes der Welt thematisiert. Von allgemeinem "Verschleiß" war die Rede und davon, dass orthopädische Einlagen für ihn ratsam seien. Joe Biden ist 79, im kommenden Jahr wird er 80. Der Demokrat zog als ältester Präsident aller Zeiten ins Weiße Haus ein.

Mit seinem fortgeschrittenen Alter ist Biden in der US-Politik nicht allein.

  • Die Nummer drei im Staat, die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, ist 81.

  • Don Young ist derzeit der älteste und dienstälteste Abgeordnete im Repräsentantenhaus. Der Republikaner ist 88, er sitzt seit 1973 in der Kammer, seit fast einem halben Jahrhundert. Und Young denkt nicht ans Aufhören.

  • Im Senat ist Dianne Feinstein aktuell das älteste Mitglied. Auch die Demokratin ist 88, für sie steht eine mögliche Wiederwahl erst 2024 an. Ob sie dann noch mal antreten wird, ist unklar.

  • Feinsteins Senatskollege Chuck Grassley, das zweitälteste Mitglied in der Kammer, hat jüngst schon seine erneute Kandidatur bei der Wahl im kommenden Jahr angekündigt. Der Republikaner ist ebenfalls 88, nur drei Monate jünger als Feinstein. Er zog 1981 in den Senat ein. Der Altersdurchschnitt dort lag Anfang 2021 bei 64,3 Jahren.

  • Im Bundestag beträgt das Durchschnittsalter 47,3 Jahre.

  • In beiden Kammern des US-Kongresses gibt es diverse andere, die weit über das übliche Rentenalter hinaus sind: zum Beispiel die Senatoren Richard Shelby (87), James Inhofe (87), Patrick Leahy (81) und Bernie Sanders (80) oder die Abgeordneten Bernice Johnson (86), Grace Napolitano (85), Bill Pascrell (84) und Hal Rogers (83).

Die Liste ließe sich fortsetzen. Und manche der älteren Riege sind Gegenstand von Geraune. Bei einer Anhörung im Justizausschuss des Senats im November 2020 mit dem damaligen Twitter-Chef Jack Dorsey erlebte Feinstein einen peinlichen Moment. Sie stellte Dorsey eine Frage zu einem Warnhinweis, mit dem das Unternehmen einen Tweet des damaligen Präsidenten Donald Trump versehen hatte. Die Demokratin las die Frage vom Blatt ab, wirkte dabei konzentriert. Dorsey antwortete. Doch nur etwa eine Minute später stellte Feinstein exakt die gleiche Frage noch einmal - ohne es zu merken. Dorsey antwortete erneut und sah galant über den Lapsus hinweg. Andere zeigten weniger Verständnis. Es folgten Schlagzeilen über Feinsteins angeblichen mentalen Verfall. Es gibt in den USA ein Mindestalter für Senatoren und Abgeordnete, auch für Präsidenten und deren Vizes - nicht aber ein Höchstalter.

Quelle: ntv.de