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Der TagAltkanzler legt sich mit Botschafter an - und kassiert Spott

30.05.2020, 12:27 Uhr

Mit Empörung hat der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, auf Äußerungen von Altkanzler Gerhard Schröder in dessen neuem Podcast reagiert. "Herr Schröder wird in die Weltgeschichte als ein zynischer Kreml-Lobbyist in Deutschland eingehen, der Putins aggressive Politik verharmlost sowie die Kriegsverbrechen Russlands in der Ostukraine und auf der Krim schamlos schönredet", sagte Melnyk der dpa.

In der ersten Folge seines Podcasts "Gerhard Schröder - Die Agenda" hatte der Altkanzler Melnyk einen "Zwerg aus der Ukraine" genannt, dessen Kritik niemanden interessiere. Schröder, der von 1998 bis 2005 Kanzler war, ist heute Aufsichtsratsvorsitzender des russischen Ölriesen Rosneft. Der Konzern ist von EU-Sanktionen betroffen, die 2014 wegen des Ukraine-Konflikts verhängt wurden. Er hat zudem den Aufsichtsratsvorsitz bei dem vom russischen Konzern Gazprom dominierten Ostsee-Pipeline-Betreiber Nord Stream.

Schröder pflegt persönlichen Kontakt zum russischen Präsidenten Wladimir Putin und fordert ein Ende der Russland-Sanktionen, wofür ihn Melnyk immer wieder kritisiert.

Quelle: ntv.de