Der TagAnklage in Berlin: Edelmetalle verkauft, Überblick verloren und 280 Menschen betrogen
Ein 63-Jähriger und seine Lebensgefährtin sollen durch betrügerische Goldgeschäfte Anleger um mehr als zwei Millionen Euro geprellt haben. Die Staatsanwaltschaft Berlin erhob nach einer Mitteilung Anklage wegen gewerbsmäßigen Betrugs gegen den Mann und die 33-jährige Frau. Mehr als 280 Menschen sollen geschädigt worden sein.
Die Taten ereigneten sich demnach zwischen März 2020 und Oktober 2022. Der Beschuldigte soll im Internet einen Webshop mit Firmensitz in Berlin betrieben haben, über den er den Kauf von Edelmetallen anbot. Der Kaufpreis und eine Versandkostenpauschale wurden jeweils sofort fällig, die Lieferung wurde dann in zwei Wochen bis sechs Monaten angekündigt. Der Angeschuldigte erweckte laut Anklage den Eindruck eines seriösen, größeren Unternehmens, obwohl er der einzige Beschäftigte war und mangels Buchhaltung zunehmend den Überblick über seine Geschäfte verlor. Dennoch soll er weitere Verträge abgeschlossen und eine Art Schneeballsystem etabliert haben, das letztlich in sich zusammenbrach.
Die Anklage geht von 244 Geschädigten aus, die zwischen 1010 Euro und 77.000 Euro zahlten. Mit seiner Lebensgefährtin, die mit einer halben Million Euro aus diesen Geschäften Kosten für die Anschaffung und die Haltung von Pferden bestritt, soll er seit Februar 2022 einen weiteren Webshop nach demselben Muster aufgezogen haben.