Der TagAnonymer Künstler überrascht Bremen mit Fleisch-Ferkel neben Wahrzeichen

Wer nach Bremen fährt, macht nicht nur mit den vier Stadtmusikanten in der Altstadt ein Foto und streichelt dem Esel übers Maul (soll Glück bringen!). Ein weiteres tierisches Motiv wartet nur in kurzer Entfernung in der Sögestraße: Der Hirte mit den Schweinen. Die Sau mit den vier Ferkeln aus Bronze hat über Nacht Nachwuchs bekommen: ein Fleisch-Ferkel. Es besteht aus tiefgefühlten, zusammengepressten Wurstscheiben. Sie ahnen es: Das war nicht die Stadt Bremen. Hinter der Aktion mit dem Titel "Wurstgate" soll ein anonymer Künstler stecken. In den sozialen Medien tritt er als "i_am_mohamed_smith" auf. Wer mal näher an das Schweinchen herangeht, wird einen QR-Code entdecken. Dieser führt wiederum zu einem Video, in dem gezeigt wird, wie das Ferkel geschaffen wurde: Darin ist zu sehen, wie aus Mülltonnen volle Wurstverpackungen geholt werden. Aus dem Inhalt ist dann das Ferkel entstanden. Unterlegt ist das Video mit dem Lied "Fleisch ist Fleisch", gesungen von Comedian Matze Knop und dem Unternehmer Clemens Tönnies. Dazu schreibt der Künstler: "Liebe Bremer/innen! In der Sögestraße steht eine neue Skulptur. Kommt schnell und schaut sie euch an. Sie wird nicht lange stehen."
Da hat er wohl recht. Denn das Fleischferkel wird schnell verderben - dann wird ein Besuch in der Sögestraße mindestens von einem unangenehmen Geruch begleitet. Die Identität des Künstlers ist zwar unbekannt, aber er ist in der Hansestadt kein Unbekannter: Mit einer anderen Skulptur sorgte er bereits vor drei Jahren für Aufsehen in Bremen: In den Wallanlagen stand plötzlich die Bronzefigur eines alten, gebeugten Mannes, einen echten Einkaufswagen vor sich her schiebend. Nach einigem Hin und Her mit der Kulturbehörde bekam die Figur ein Bleiberecht. Das hat der Bremer Künstler mit dem britischen Streetart-Künstler Banksy gemein: Bei dem Briten gehört es zum Konzept, unerkannt seine sozialkritischen Wandgemälde zu hinterlassen.