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Der TagAntisemitismusvorfälle: Fachberater starten und kritisieren Documenta-Leitung

01.08.2022, 16:17 Uhr

Sie sollen die Antisemitismusvorfälle bei der Documenta in Kassel aufarbeiten: Doch das neu geschaffene Gremium befürchtet, dass die Geschäftsführung sich einer gründlichen Untersuchung entgegenstellt: "Die von ihr vertretene Position, dass weder weitere Kunstwerke aufgrund antisemitischer Inhalte entfernt werden müssten noch eine systematische Prüfung der Werke notwendig sei, widersprechen einem fachlichen und ergebnisoffenen Dialog", erklärte die fachwissenschaftliche Begleitung. Kulturstaatsministerin Claudia Roth begrüßte die Einsetzung des Expertengremiums. "Eine solche breit aufgestellte fachwissenschaftliche Begleitung dieser Kunstausstellung ist notwendig und überfällig", sagte die Grünen-Politikerin.

Das mit sieben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern besetzte Gremium wurde nach Angaben der Gesellschafter ab heute berufen, um unter anderem eine Bestandsaufnahme der Abläufe und Strukturen rund um die Documenta zu geben. Diesen Ansatz begrüßte das Gremium grundsätzlich. "Wir sind jedoch irritiert, dass die Leitung der Documenta trotz dieses Bekenntnisses zur Offenheit in dem Moment, in dem das Gremium eingesetzt wird, das ihre Arbeit begleiten soll, wesentliche Fragen des Umgangs mit antisemitischer Kunst festzulegen scheint", erklärten die Wissenschaftler.

Quelle: ntv.de