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Der TagApotheker-Prozess: Nebenklage sieht Mordversuch

13.11.2017, 11:12 Uhr
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Die Ermittler werfen dem Angeklagten vor, seit 2012 in insgesamt 61.980 Fällen gegen Rezepturen und sonstige Vorschriften verstoßen zu haben. (Foto: dpa)

Es ist der vielleicht größte Medizin-Skandal in der Geschichte der Bundesrepublik. Mehr als 1000 Krebspatienten soll ein Bottroper Apotheker durch die Ausgabe gepanschter Medikamente gefährdet haben.

Zum Prozessbeginn stellt ein Nebenklage-Anwalt die Zuständigkeit des Gerichts infrage. Dass der angeklagte Apotheker Medikamente gepanscht habe, sei ein Mordversuch aus Habgier, argumentierte Siegmund Benecken, der eine der betroffenen Frauen vertritt. Der Angeklagte habe "aus grenzenloser Menschenverachtung und eiskaltem Gewinnstreben" gehandelt und dabei in Kauf genommen, dass Krebspatienten früher stürben. Das Verfahren gehöre deshalb vor das Schwurgericht, das über entsprechend schwerwiegende Anschuldigungen verhandelt.