Der TagAtommüll-Transport in NRW geht los: Polizei im Großeinsatz
Die Polizei hat am Abend in Jülich mit einem Großeinsatz zum Schutz eines Atommüll-Transports begonnen. "Wir sind gut vorbereitet auf alle Szenarien und schauen, was der Abend so bringt", sagte eine Sprecherin. Der erste Konvoi mit einem von 152 Castor-Behältern starte jetzt, sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums am späten Abend. Der Konvoi soll vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus gehen. Auf der gut 170 Kilometer langen Strecke sollen insgesamt rund 300.000 Brennelemente-Kugeln aus dem früheren Versuchsreaktor Jülich transportiert werden. Das Verlagern des Atommülls quer durch NRW wird sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Mit 152 Castor-Behältern handelt es sich um einen der größten Atommüll-Transporte auf der Straße seit Jahrzehnten. In Jülich, Duisburg und Ahaus fanden bereits Proteste von Atomkraft-Gegnerinnen und Gegnern statt.
Angesichts des aufwendigen Atommüll-Transports warnte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor Überlastung. "Es wird schon sehr kritisch gesehen, weil es eine Aufgabe zur Unzeit ist", sagte GdP-Landeschef Patrick Schlüter im WDR. Die Einsatzkräfte seien ohnehin mit massiven anderen Aufgaben und einer sich ändernden Sicherheitslage konfrontiert. Deshalb sei die zusätzliche Belastung schwer nachvollziehbar. Für jeden einzelnen der 152 Castorbehälter, die über einen längeren Zeitraum transportiert werden, muss das Land demnach Tausende Beamte in Alarmbereitschaft halten. Auch NRW-Innenminister Herbert Reul hatte sich zuletzt kritisch geäußert: "Wenn es nach mir ginge, könnte ich auf die anstehenden Castor-Transporte gerne verzichten. Aber die Arbeit der Polizei ist kein Wunschkonzert. Wir können uns die Einsätze nicht aussuchen."