Der TagBDI gibt falsche Zahlen über TTIP zu
Dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ist bei Angaben zu den Effekten des umstrittenen EU-Freihandelsabkommens mit den USA ein peinlicher Fehler unterlaufen.
Die zu erwartenden Wirtschaftseffekte des TTIP-Abkommens seien zehn Mal kleiner als behauptet, teilte die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch mit. Sie hatte die Panne öffentlich gemacht.
Der BDI habe in Broschüren und Interviews von einer jährlichen Wachstumssteigerung um etwa 100 Milliarden Euro gesprochen. Eine Studie ging aber davon aus, dass eine solche Steigerung erst binnen zehn Jahren erreicht werden könnte - konkret ist von knapp 120 Milliarden Euro als Einmaleffekt die Rede.
"Es ist richtig, dass (..) der Eindruck entstehen konnte, als wäre der Effekt von rund 100 Mrd. Euro jährlich zu erwarten", schreibt die verantwortliche BDI-Expertin Stormy-Annika Mildner. Die entsprechenden Stellen seien geändert worden.
Foodwatch wirft auch der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft vor, mit "falschen Angaben" zu "hantieren". Eine im Februar veröffentlichte Broschüre mit Fakten zu dem Abkommen enthalte "fehlerhafte oder verzerrte Darstellungen".
Lesen Sie hier ein Interview mit Foodwatch-Gründer Thilo Bode.