Der TagBeethoven-DNA analysiert: Musikalität haben Menschen nicht nur in den Genen

Steckt es in unserer DNA, ob wir ein musikalisches Genie oder vielleicht der nächste Albert Einstein werden? Zumindest in der Musik wird das wohl nicht allein durch die Gene bestimmt. Das zeigt sich Forscherinnen und Forschern zufolge am Beispiel Ludwig van Beethovens. Dessen Gene unterschieden sich bei der Musikalität nicht von anderen Bevölkerungsstichproben, wie das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt am Main mitteilt. Für die Untersuchung wurden Haarsträhnen des Komponisten analysiert und die DNA des weltberühmten Musikers mit Bevölkerungsstichproben des schwedischen Karolinska Instituts und der US-amerikanischen Vanderbilt University verglichen.
Die Forschenden verwiesen jedoch auch auf die begrenzte Aussagekraft des sogenannten Polygenen Scores, ein Indikator für die genetische Veranlagung zur Taktsynchronisation, den die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berechnet hatten. Diese ist eng mit Musikalität verbunden, aber lässt der Mitteilung zufolge auch nicht direkt auf die kompositorische Fähigkeiten , also die musikalische Kreativität Beethovens, schließen. Dennoch hat die DNA durchaus Einfluss auf die musikalische Begabung. Frühere Studien hätten gezeigt, dass Musikalität im Schnitt zu 42 Prozent vererbt wird. Das Forscherteam sieht in der Analyse von Beethovens DNA "eine wertvolle Lektion": Behaupte zum Beispiel jemand, mit einem Gentest könne zuverlässig bestimmt werden, ob ein Kind musikalisch oder auf einem anderen Gebiet besonders begabt sein wird, sei Skepsis angebracht, sagte der MPI-Studienmitautor Simon Fisher.