Der TagBericht: Tracker des Buckelwals sendete am Morgen mehrere Signale
Der an dem in der Nordsee ausgesetzten Buckelwal befestigte Tracker soll am Morgen mehrere Signale gesendet haben. Das berichtete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf die Tierärztin Kirsten Tönnies. Das Blatt schlussfolgert daraus, dass der Wal noch am Leben ist, da der Tracker nur dann Signale sende, wenn er an der Wasseroberfläche ist, um Luft zu holen. Wie es dem Meeressäuger tatsächlich geht und wo er sich auffällt, bleibt allerdings weiterhin unklar. Dass der Sender angeblich Vitalzeichen des Tiers senden könne - an dieser Aussage der privaten Initiative hinter dem Transport mehren sich Zweifel von Experten. Zwar sei das konkrete Modell nicht bekannt, ein GPS- oder Satellitentracker liefere aber üblicherweise keine Vitalzeichen im medizinischen Sinne wie Herz- und Atemfrequenz, hieß es vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW). "Echte Vitalparameter würden spezielle Sensorik voraussetzen."
Auch Thilo Maack von der Naturschutzorganisation Greenpeace hatte gesagt, ein GPS-Tracker erfasse und übermittle keine Vitaldaten. Welcher Sendertyp konkret verwendet worden sein soll, teilten auf Anfrage weder die Initiative, Jeffrey Foster vom beteiligten Whale Sanctuary Project noch das in die Prüfung der Aktion eingebundene Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns mit. Dem Ministerium lägen noch keine Daten vor, hieß es lediglich. Man warte noch. Getestet worden sei der Tracker vor dem Freisetzen unterdessen nicht, hatte Tönnies gesagt. Aus Expertensicht ist das sowohl unüblich als auch unverständlich.