Der TagBerichte: Ex-Louvre-Chef unter Betrugsverdacht
Ein mutmaßlich großangelegter Handel mit geraubten Antiquitäten aus dem Nahen Osten beschäftigt die französische Justiz schon länger. Nun gerät auch der ehemalige Louvre-Direktor Jean-Luc Martinez ins Visier der Ermittler. Gegen ihn werde wegen des Verdachts auf Geldwäsche und der Beihilfe zum bandenmäßigen Betrug ermittelt, berichtet die Nachrichtenagentur AFP und beruft sich auf Justizkreise. Martinez sei am Montag in Polizeigewahrsam genommen worden. Der 58-Jährige weist die Vorwürfe nach Angaben seiner Anwälte "mit aller Entschiedenheit" zurück.
Französische Ermittler vermuten, dass Hunderte von Artefakten aus Ägypten und anderen Nahost-Ländern während des sogenannten Arabischen Frühlings ab Ende 2010 geplündert und verkauft wurden. Laut der Wochenzeitung "Le Canard enchaîné" versuchen die Ermittler herauszufinden, ob Martinez bei falschen Ursprungszeugnissen für fünf ägyptische Antiquitäten ein Auge zugedrückt hat, die der Louvre für seinen Ableger in Abu Dhabi "für mehrere zehn Millionen Euro" erworben haben soll.