Der TagBerliner Chef der Jungen Union fordert Wegners Rückzug
Tagelang ging nichts mehr. Kein Strom, keine Heizung - und das mitten im Winter. Schon im Januar gerät Kai Wegner wegen seines Krisenmanagements während des massiven Stromausfalls in Berlin in die Kritik, unter anderem, weil er ein etwa einstündiges Tennismatch am ersten Tag gegen Mittag zunächst verschwiegen hatte. Bis heute ist nicht lückenlos klar, mit welchen Stellen der Regierende Bürgermeister wann auf welche Weise Kontakt hatte. Am Dienstag berichtete der "Tagesspiegel" mit Berufung auf Informationen der Staatskanzlei, der CDU-Politiker habe anders als zunächst behauptet am 3. Januar vormittags nicht dienstlich zu dem Blackout telefoniert.
Für den Chef der Jungen Union in Berlin, Harald Burkart, bringt das das Fass zum Überlaufen. Er fordert Wegner auf, bei der Abgeordnetenhauswahl auf die Spitzenkandidatur der CDU zu verzichten. "Kai Wegner sollte heute unmissverständlich erklären, dass er nicht mehr als Spitzenkandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters antritt", sagte Burkart dem Nachrichtenportal The Pioneer. Dies wäre "im Interesse der Stadt und der Partei". Stattdessen solle jemand kandidieren, "der in seiner persönlichen Integrität unangreifbar" sei. Die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus findet am 20. September statt. Zuletzt lag in einer Umfrage von Infratest dimap Anfang Juli die Linke mit 20 Prozent als stärkste Kraft vorn. Auf Platz zwei kamen die Grünen mit 19 Prozent der Stimmen, gefolgt von der AfD mit 18 Prozent. Die CDU liegt mit 17 Prozent auf Platz vier. Bei der Wahl 2023 hatten die Christdemokraten noch gut 28 Prozent erreicht.