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Der TagBewaffneter Eindringling wollte 2021 in Schloss Windsor die "Queen töten"

03.02.2023, 16:03 Uhr
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Die verstorbene Queen Elizabeth II. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Weihnachten 2021 verschafft sich ein 21 Jahre alter Mann Zutritt zum Gelände von Schloss Windsor. Okay, Einbrüche in ihre Privatsphäre waren für die inzwischen verstorbene Queen Elizabeth II. nichts ganz Ungewöhnliches: Schon vor gut 40 Jahren war ein Mann namens Michael Fagan in den Buckingham Palace eingebrochen und hatte etwa zehn Minuten mit der Monarchin in ihrem Schlafzimmer gesprochen. Doch der 21-Jährige hatte am 25. Dezember 2021 mit seinem Eindringen auf das Gelände von Schloss Windsor schlimme Absichten: Bewaffnet mit einer Armbrust verschaffte er sich Zutritt, aber wurde dann aufgehalten. Bei seiner Festnahme sagte der junge Mann, er wolle die "Queen töten". Die Queen hatte den Vorfall unbeschadet überstanden, aber die 96-Jährige ist inzwischen im vergangenen September an Altersschwäche verstorben. Juristisch ist der Fall allerdings noch nicht vorbei: Bei einer Gerichtsanhörung in London bekannte sich der 21-Jährige eines geplanten Angriffs gegen Elizabeth II. schuldig. Interessant ist sein Motiv: Laut Anklage habe ihn Rache für britische Kolonialverbrechen in Indien zu der Tat bewegt. Laut der Staatsanwaltschaft hatte der arbeitslose Supermarktarbeiter seine Pläne kurz zuvor in einem Video an rund 20 Adressaten angekündigt. Er gab demnach an, sich für ein Massaker rächen zu wollen, das britische Soldaten 1919 an Demonstranten in Indien verübt hatten - da war die im Alter von 96 Jahren verstorbene Queen noch nicht einmal geboren. Für den Fall findet übrigens auch ein sehr eingestaubtes Gesetz mal wieder Anwendung: Der Vorwurf, "Ihre Majestät Königin Elisabeth II. zu verletzen oder zu ängstigen", bezieht sich auf ein 190 Jahre altes und kaum noch verwendetes Hochverratsgesetz (Treason Act). Der Mann befindet sich in einer psychiatrischen Hochsicherheitsklinik und wurde zu der Anhörung per Video zugeschaltet. Mit seinem Schuldbekenntnis entfällt der Strafprozess gegen ihn. Das Urteil soll nun am 31. März verkündet werden.

Quelle: ntv.de