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Der TagBrisantes Datenleck zwingt Briten zur Aufnahme Tausender Afghanen

15.07.2025, 15:35 Uhr

Nach einem massiven Datenleck hat die britische Regierung Tausende Menschen zum Schutz vor den Taliban aus Afghanistan nach Großbritannien gebracht. Über das geheime, bis zu einer Milliarde Euro teure Programm ("Afghanistan Response Route") durfte nach einer strikten gerichtlichen Anordnung zum Umgang mit dem Skandal bislang nicht berichtet werden. Jetzt sind einige Einzelheiten bekannt geworden:

  • Ein Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums hatte Anfang 2022 eine E-Mail mit einem brisanten Datensatz außerhalb des sicheren Regierungssystems verschickt. Teile der Informationen tauchten später bei Facebook auf.

  • Betroffen waren Personen, die Großbritannien vor Ort im Kampf gegen die Taliban unterstützt hatten und nach der Machtübernahme der Taliban 2021 Schutz und Zuflucht benötigten. Ein Helfer des offiziellen Programms sprach demnach von einer "Tötungsliste" für die Taliban, bereitgestellt von der britischen Regierung.

  • Das Verteidigungsministerium war erst im August 2023 auf das Datenleck aufmerksam geworden - und sah sich dann zum Handeln gezwungen.

  • Die jetzt teils auch stark kritisierte gerichtliche Anordnung, die verbot, auch nur über die Existenz des Problems zu berichten, wurde im selben Jahr erwirkt, um die Taliban nicht noch stärker auf die Daten aufmerksam zu machen.

  • Bislang wurden über das Geheimprogramm 4500 Menschen aus Afghanistan nach Großbritannien gebracht. Die Kosten sollen sich bislang auf etwa 460 Millionen Euro belaufen.

Quelle: ntv.de