Der Tag

Der Tag Brot mag teurer werden, Hamstern dennoch nicht nötig

25.03.2022, 10:37 Uhr

Deutschlands Landwirte warnen vor "Preissprüngen in bisher ungekanntem Ausmaß" bei Lebensmitteln infolge des Ukraine-Kriegs. Die Landwirtschaft, aber auch die gesamte Lebensmittelkette sei mit massiven Kostensteigerungen insbesondere in den Bereichen Energie, Kraftstoff, Düngemittel und Logistikproblemen konfrontiert, heißt es in einem Papier des Deutschen Bauernverbands (DBV). Es werden dringend "kurz- und langfristige Maßnahmen" der Bundesregierung und der EU zur Stabilisierung der Agrarerzeugung gefordert.

Der Vizepräsident des Bauernverbands Schleswig-Holstein, Klaus-Peter Lucht, gegenüber der "Bild"-Zeitung: Er rechne insgesamt mit einem Anstieg der Lebensmittelpreise um durchschnittlich 20 bis 40 Prozent, "der Brotpreis könnte sich verdoppeln. Auf bis zu zehn Euro." Einige Produkte könnten sogar dauerhaft nicht mehr verfügbar sein, wie Sonnenblumen- und Rapsöl oder Aprikosenmarmelade, so Lucht weiter. Diese Lebensmittel stammen vorwiegend aus der Ukraine.

In Europa und Deutschland ist bis ins erste Quartal 2023 die Lebensmittel-Versorgung nach Einschätzung des DBV gesichert. Hamsterkäufe seien daher "unsinnig". Der Bauernverband warnt allerdings, dass der Ukraine-Krieg "massive negative Folgen für die Welternährungslage" haben wird, vor allem in Nordafrika, im mittleren Osten und in Asien. Um die Produktion kurzfristig zu steigern, haben EU und Bundesregierung bereits vorgeschlagen, dass die Landwirtinnen und Landwirte sogenannte ökologische Vorrangflächen, etwa Brachen, in diesem Jahr ausnahmsweise bebauen dürfen.

Quelle: ntv.de