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Der TagBundespolizei befreit 18 Geflüchtete aus luftdichtem Kühltransporter

14.10.2022, 20:11 Uhr
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Für diese 18 Menschen ging die Schleusung im Kühllaster glimpflich aus. (Foto: dpa)

71 Menschen ersticken vor sieben Jahren qualvoll auf der Ladefläche eines luftdichten Kühllasters auf dem Weg nach Österreich. 71 Menschen, die auf Schlepper vertraut hatten. Trotz dieses schrecklichen Vorfalls im August 2015 steigen immer noch Menschen in Kühllaster, um so in die Europäische Union zu gelangen. Ob es den 18 Menschen, die die Bundespolizei gestern auf einer Ladefläche eines solchen Fahrzeugs an der deutsch-polnischen Grenze entdeckt und befreit hat, bewusst war, dass der Wagen eine Todesfalle sein kann? Ob es ihnen überhaupt jemand gesagt hat, bevor es losgeht, in was für einem Fahrzeug sie geschmuggelt werden sollen? Unklar. Die 18 Geflüchteten - darunter zwei Kinder im Alter von fünf und zehn Jahren - haben jedenfalls großes Glück, dass ihre Reise nicht tödlich ausgegangen ist. Der Fahrer des Transporters, ein 32-jähriger Litauer, wurde festgenommen und ist jetzt in Haft. Ihm wird eine Schleusung unter lebensgefährlichen Bedingungen zur Last gelegt.

Die blinden Passagiere in dem Lkw sind im Alter zwischen fünf und 44 Jahren und stammen aus dem Iran, dem Irak und Afghanistan. Außer den beiden Kindern waren darunter auch zwei 14-Jährige ohne Begleitung, wie die Beamten in Berlin mitteilen. Es gab keine Frischluftzufuhr oder Licht während der Fahrt. Die Eingesperrten klagten darüber hinaus über "starken Hunger, Durst und sanitäre Bedürfnisse". Die Menschen befinden sich jetzt in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete, beziehungsweise die beiden 14-Jährigen in der Obhut des Jugendamts.

Quelle: ntv.de