Der TagBundesstaat in Indien kämpft gegen Kinderehen - mehr als 2000 Festnahmen

Kinderehen sind in Indien seit mehr als 15 Jahren verboten. Doch das scheint Eltern nicht davon abzuhalten, ihre minderjährigen Kinder - meist junge Mädchen - zu verheiraten. Da versagt der Staat wohl sehr bei der Strafverfolgung - bislang? Der Bundesstaat Assam geht nun verschärft dagegen vor. Der erste Schritt ist wohl so etwas wie eine Massen-Festnahme: Mehr als 2000 Menschen seien innerhalb eines Tages im Zusammenhang mit Kinderehen festgenommen worden, teilte die Polizei im Bundesstaat mit. Und so soll es der Behörden zufolge auch in den nächsten Tagen weitergehen. Im Visier stünden Männer, die in den vergangenen Jahren Mädchen und Teenager unter 14 Jahren geheiratet hätten sowie Menschen, die beim Entstehen solcher Kinderehen mitgeholfen hätten, etwa Priester, hieß es. Es gebe Informationen, wonach es mehr als 4000 Kinderehen in dem Bundesstaat gebe, teilte der Regierungschef von Assam, Himanta Biswa Sarma, auf Twitter mit.
In dem Bundesstaat ist die Mütter- und Kindersterblichkeit im Zusammenhang mit Kinderehen höher als im indischen Durchschnitt, berichten örtliche Medien. Nach der neusten Bevölkerungszählung aus dem Jahr 2011 leben mehr als 31 Millionen Menschen in Assam. Nach Angaben von UNICEF werden in Indien jedes Jahr rund 1,5 Millionen Mädchen und Teenager verheiratet - auch wenn dies illegal ist.