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Der TagBundestagsvize weist AfD-"Opfergeschichte" im Saalstreit zurück

22.05.2025, 15:41 Uhr

Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour weist die behauptete Benachteiligung der AfD-Fraktion bei der Zuteilung von Bundestagsräumlichkeiten zurück. "Man muss nicht aus jedem Problem eine Opfergeschichte kreieren", sagte der Grünen-Politiker im Gespräch mit ntv.de. Nouripour bietet der AfD dennoch weitere Gespräche an. "Für mich ist aber klar: Sollte eine Fraktion tatsächlich Schwierigkeiten mit einem Raum haben, werde ich als Vorsitzender der Bau- und Raumkommission selbstverständlich Lösungen anbieten."

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Darum geht's: der Otto-Wels-Saal. Benannt wurde er nach dem SPD-Vorsitzenden, der sich 1933 öffentlich gegen Hitlers Ermächtigungsgesetze stellte. (Foto: picture alliance/dpa)

Die AfD-Fraktion beansprucht in der sogenannten, seit der Bundestagswahl wabernden Saalschlacht den deutlich größeren Sitzungssaal der SPD für sich. Die Sozialdemokraten kommen auf nur noch 121 Abgeordnete, die AfD zählt nunmehr 150 Mandate in ihren Reihen. "Wahlergebnisse schaffen an sich keine Rechtsansprüche auf bestimmte Räumlichkeiten", sagte Nouripour. "Die SPD argumentiert, dass sie als Regierungsfraktion zusätzlich regelmäßig Vertreter der Ministerien im Saal zulassen muss." Dieses Argument sei "nachvollziehbar."

Der Ältestenrat des Bundestags beschloss per Mehrheitsbeschluss, dass die AfD den ehemaligen Sitzungssaal der FDP zugewiesen bekommt. "Wir Grünen haben in der vorherigen Legislaturperiode mit 118 Abgeordneten in einem Raum getagt, in dem die FDP zuvor mit 80 Abgeordneten saß", sagte Nouripour.

Das gesamte Interview lesen Sie am Abend bei ntv.de.

Quelle: ntv.de