Der Tag

Der TagCapri-Sun kämpft nach Jahren immer noch für Plastik-Strohhalm

27.04.2026, 06:52 Uhr
Caprisun-will-zum-Plastikstrohhalm-zurueckkehren-und-sammelt-Unterschriften-mit-einer-Online-Petition
Den Strohhalm aus Papier hat Capri-Sun nach eigenen Angaben schon mehrfach überarbeitet. Der gewünschte Erfolg blieb bisher offenbar aus. (Foto: Bernd Wei�brod/dpa)

Der Trinkbeutel-Hersteller Capri-Sun stellte 2021 wegen des EU-Verbots von Einwegplastikprodukten von Plastik- auf Papierstrohhalme um. Seit 2024 kämpft das Unternehmen dafür, wieder einen Kunststoffhalm verwenden zu dürfen. Verbraucher hätten sich beschwert, dass sich der Pappstrohhalm schlechter einstecken lasse und weich werde, so das Unternehmen, das sogar eine Petition deswegen startete, die nach eineinhalb Jahren bei knapp 170.000 Unterschriften steht. Und Capri-Sun bemüht sich weiter: Es bestehe ein "konstruktiver Austausch" mit der Europäischen Kommission, teilt das Unternehmen nun mit. Während die EU 2019 Einwegplastikprodukte wie Trinkhalme verboten habe, wolle sie mit der neuen EU-Verpackungsverordnung die Recyclingfähigkeit von Verpackungen erhöhen, kritisiert Capri-Sun. Das Unternehmen will demnach den Strohhalm aus dem gleichen Material herstellen wie den Trinkbeutel: dem Kunststoff Polypropylen. Damit könne das ganze Produkt besser recycelt werden, argumentiert Capri-Sun.

  • Polypropylen ist nicht biologisch abbaubar und zerfällt in der Umwelt zu Mikroplastik. Wird es richtig entsorgt, lässt es sich recyclen.

  • Die Verbraucherschutzzentrale Baden-Württemberg sieht die "erhebliche Gefahr", dass solche Trinkbeutel nicht vollständig im Gelben Sack landen. "Im Hinblick auf Ressourcenschonung und Umweltschutz halten wir diese Verpackungsgestaltung für nicht mehr zeitgemäß", teilte eine Referentin mit. "Stattdessen sollte Capri-Sun mit gutem Beispiel vorangehen und auf nachhaltige Mehrweglösungen umsteigen - ganz ohne Trinkhalm."

  • "Der anhaltende Kampf von Capri Sun für Einweg-Plastikstrohhalme ist aus Umweltsicht nicht nachvollziehbar und ein Armutszeugnis", sagt Viola Wohlgemuth von der Deutschen Umwelthilfe. Jedes zusätzliche Plastikelement verbleibe viele Jahre in der Umwelt und zersetze sich nach und nach zu Mikroplastik, welches sich in Nahrungsketten und Organismen anreichere, sagt Wohlgemuth. Mehr dazu hier.

Quelle: ntv.de