Der TagDas ist die perfekte Welle - in Nürnberg

Eine gefühlte Ewigkeit reitet der Surfer auf der Welle. Dann kippt sein Brett - und die Fluten reißen ihn mit. Am Meer ist das eigentlich eine alltägliche Szene. Das Besondere daran: Der junge Mann surft auf einem Fluss in Nürnberg. Das ermöglicht seit Kurzem eine stehende Welle in der Pegnitz. Zurzeit dürfen nur Vereinsmitglieder darauf surfen. Ende März wird die "Fuchslochwelle" offiziell eingeweiht und dann bald für alle Surfbegeisterten offen sein.
Ganz so wie auf dem Meer zu surfen, sei es nicht, gibt Thorsten Keck vom Verein Nürnberger Dauerwelle zu. "Es ist aber ein extrem guter Ersatz." Das finden offenbar viele in Deutschland. "Stehende Wellen an Flüssen sind ein zunehmender Trend", sagt Michael Zirlewagen vom Deutschen Wellenreitverband. "Es wird viele neue Wellen in den nächsten fünf bis zehn Jahren geben. Quasi überall, wo es einen Fluss gibt, gibt es Leute, die sich engagieren oder die damit beginnen." Darunter sind zum Beispiel Städte wie Hannover, Gießen oder Augsburg.
Die wohl berühmteste Flusswelle ist die Eisbachwelle in München, die Freizeitsportler aus aller Welt anlockt und auf der auch schon Surfstar Robby Naish geritten ist. Auch aus Nürnberg seien einige Leute regelmäßig nach München gefahren, sagt Keck. 2012 gründeten sie dann einen Verein, um sich eine eigene Welle in die Stadt zu holen. Planung, Baugenehmigung und Finanzierung nahmen viele Jahre in Anspruch.