Der Tag

Der TagDas war Dienstag, der 6. Mai 2025

06.05.2025, 22:39 Uhr
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Der Bundestag war heute Schauplatz eines richtigen Polit-Krimis. (Foto: picture alliance/dpa)

Liebe Leserinnen und Leser,

"Ich heiße Friedrich Merz. Mit E" - selbstbewusst tritt Friedrich Merz am 31. Oktober 2018 bei der Bundespressekonferenz in Berlin auf und betont, der nächste Bundeskanzler werden zu wollen. Sagen wir es mal so: Viele Jüngere im Land, die bis dahin mit Angela Merkel nur eine Kanzlerin an der Spitze Deutschlands kannten, nahmen da wohl das erste Mal so richtig Notiz von "Merz mit E". Wer ihn seitdem "auf dem Radar hat", weiß, wie lang und steinig der Weg bis zum heutigen Tag war, zur Wahl als Bundeskanzler. Wer schon länger das politische Berlin verfolgt, der weiß, dass Merz' Streben an die Spitze schon weit länger dauert - und dass er sich nach verlorenem Machtkampf gegen Merkel 2004 für lange Zeit aus der Politik zurückzog. Als sich die Ära seiner einstigen Rivalin dem Ende zuneigt, reagiert Merz etwas vollmundig mit einer Kandidatur 2018, aber darauf folgen die Niederlage gegen Annegret Kramp-Karrenbauer (bei Merz haben es ausländische Medienvertreter zumindest schon mal bei der Aussprache deutlich leichter) und nochmal die Niederlage gegen Armin Laschet im Ringen um den CDU-Parteivorsitz. Der 69-Jährige ist wohl so etwas wie der Inbegriff eines Stehaufmännchens. Doch das heute im Bundestag war schon ein Tiefschlag, auch für einen Friedrich Merz, der so erprobt ist, was Rückschläge angeht. Haarscharf entging der CDU-Chef mit dem zweiten Wahlgang im Bundestag einer Niederlage, von der er sich wohl nicht mehr erholt hätte. Nun darf er sich Bundeskanzler nennen, der zehnte der Bundesrepublik Deutschlands, aber auch der erste, der es trotz stehender Koalition nicht im ersten Wahlgang ins Amt geschafft hat. "Sechs Erkenntnisse zur Merz-Wahl" gibt es dazu von meinen Kollegen Sebastian Huld, Volker Petersen und Hubertus Volmer. Zudem haben wir ihn auch gefragt, wie er diesen Polit-Krimi heute erlebt hat (Video).

Zudem hätte ich noch diese Empfehlungen:

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Ein Kommentar von Sebastian Huld

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Ihre Johanna Ohlau

Quelle: ntv.de